Veröffentlicht am: 23.11.2016 um 15:30 Uhr:

Kölner Verkehrsbetriebe: Die Bombenentschärfung in Köln-Deutz am 22.11.2016

Kennen Sie das auch: Wenn das Leben seine geregelten Bahnen läuft, dann hat man alles im Griff und alles funktioniert einwandfrei. Leider gibt es immer wieder Störfaktoren, bei denen man zeigen muss, dass man auch „Krisensituationen“ bewältigen kann. Leider haben die Kölner Verkehrsbetriebe am 22. November 2016 mal wieder bewiesen, dass „Krisen-Bewältigungen“ nicht zu ihren Stärken gehören.

Was war geschehen? – Bei Bauarbeiten an der Kölner Zoobrücke (in der Nähe der ibis-Hotels) wurde eine Fliegerbombe entdeckt und musste entschärft werden. Alle weiteren Informationen rund um den Bombenfund und dessen Entschärfung finden Sie u.a. auf: http://www.express.de/koeln/koeln-deutz-bombe-ist-entschaerft--alle-sperrungen-sind-wieder-aufgehoben-25147818


Nun zu den Kölner Verkehrsbetrieben (kurz: KVB), die durch den Fund und die damit verbundene Sperrung rund um den Fundort auf den Linien 3 und 4 betroffen waren.

1) Es ist höchst unpraktisch, wenn die Verantwortlichen der KVB entscheiden, die Fahrgäste bis dicht an die Fundstelle heran zu transportieren – Haltestelle Deutz Koelnmesse. Noch unpraktischer ist es, dort den Leuten dann mitzuteilen, dass sie zu Fuß zum Wiener Platz gehen müssten. – Nein, ein Scherz war dies nicht. Da, angeblich auf Geheiß der Polizei keine Bahnen und Busse in diesem Bereich mehr fahren durften.

Wie kann man als Verantwortlicher der KVB die Fahrgäste mitten durch die Sperrzone auf einen rund 3 Kilometer langen Weg schicken? – Zumal im Bereich des Pfälzischen Rings die Bürgersteig-Situation eine ganz spezielle ist… Was zu vermeintlich gefährlichen Situationen durch Fußgängern auf der Straße führen musste.

Warum durfte dann eine „leere“ Bahn von der Messe noch während dieser Sperrung zur Stegerwaldiedlung fahren? – Hätten deren Erschütterungen zur Auslösung der Bombe geführt, wären einige KVB-Fußgänger geschädigt worden.

2) Wurde denn nicht an der Haltestelle LANXESS arena über die Situation informiert? – Jein!
Alle Fahrgäste in der Linie 4 fragten sich, warum der Fahrer nur eine Außendurchsage, aber keine Durchsage in der Bahn machte. Dies führte dazu, dass nur Bruchstücke der Information bei den Fahrgästen in der Straßenbahn ankamen. Hauptaussage: „Die Bahn fährt noch eine Station und dort ist ihre Endhaltestelle.“ – Wenig hilfreich, weil sehr überraschend für alle…

3) Auf meinem Weg zum Wiener Platz habe ich an der Haltestelle Grünstr. die dort wartenden Fahrgäste darüber informiert, dass keine Bahn auf absehbare Zeit käme und sie besser zum Wiener Platz gehen sollten. – Von KVB-Personal war dort leider nichts zu sehen. Eine Spanierin habe ich zum Wiener Platz geführt und in die Linie 18 (zum Neumarkt) gesetzt, da sie, sofern überhaupt eine entsprechende Information über die Laufbänder gelaufen ist, diese nicht hätte lesen können.

4) Es gäbe sicher noch den einen oder anderen Punkt, den man kritisieren könnte, aber dies soll erst einmal genug sein, denn im Anschluss möchte ich nicht nur Kritik äußern, sondern auch Denkanstöße liefern.


Was hätten die Kölner Verkehrsbetriebe aus meiner Sicht (eines Betroffenen) besser machen können?

1) An der Haltestelle LANXESS arena wären sowohl eine Außen- (erfolgte), als auch eine Innen-Durchsage von Nöten gewesen.

2) An der Haltestelle LANXESS arena hätte man den Fahrgästen entsprechende Optionen aufzeigen sollen, wie z.B. die Bus-Linie 153, die auch zum Wiener Platz fährt.

3) An der Haltestelle LANXESS arena hätte man Schienenersatzverkehr auf der Strecke der Bus-Linie 153 zum Wiener Platz und zurück einsetzen können.

4) An der Haltestelle LANXESS arena wären auch die S-Bahnen eine (bedingte, weil deren Strecken auch kurzfristig gesperrt wurden) Alternative gewesen.

5) An der Haltestelle LANXESS arena wären auch die Linien 1 und 9 eine Alternative gewesen, da man auf der anderen Rheinseite gefahrlos hätte fahren können.

6) An der Haltestelle Deutz Koelnmesse hätte man ohne weiteres Schienenersatzverkehr einsetzen können, denn die Deutz-Mülheimer Straße lag außerhalb des Sperr-Bezirks. (s. http://www.express.de/koeln/koeln-deutz-bombe-ist-entschaerft--alle-sperrungen-sind-wieder-aufgehoben-25147818)

7) Zudem hätte man an den Haltestellen Stegerwaldsiedlung und Grünstraße Personal entsenden müssen, damit Wartende dort Alternativen aufgezeigt bekommen und nicht vergeblich warten.

Für meinen Weg, der normalerweise rund 45 Minuten dauert. Habe ich diesmal rund 2 Stunden benötigt. – Gut, wenn man gut zu Fuß ist…

Teilen Sie mir gerne Ihre KVB-Erfahrungen während der Bombenentschärfung per Mail mit: bombe.deutz@fjl-fotodesign.de

Schließlich gibt es noch ein großes Verbesserungspotential, was solche Situationen anbelangt…