Veröffentlicht am: 05.08.2017 um 10:24 Uhr:

Berufsleben: Krankheitsart geht den Chef nichts an

Müssen Sie Ihrem Chef mitteilen, woran Sie erkrankt sind? - Nein und Ja! Meist nicht, aber es gibt Ausnahmen, aber lesen Sie selbst wo die Grenzen liegen...

» (dpa-mag). Sind Mitarbeiter arbeitsunfähig erkrankt, müssen sie dem Arbeitgeber in der Regel nichts über die Krankheitsart sagen. Darauf weist Hans-Georg Meier hin, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Das gehe die Firma nichts an.

Es gibt aber Ausnahmefälle. „Wenn die Erkrankung Auswirkungen auf den Arbeitsplatz hat, muss der Arbeitgeber informiert werden“, sagt Meier. Das ist etwa der Fall, wenn der Mitarbeiter eine ansteckende Krankheit hat und Kollegen möglicherweise damit infiziert hat. Diese müssen sich dann testen lassen.

Das gleiche gilt, wenn er etwa in der Produktion von Lebensmitteln tätig ist und diese durch seine Erkrankung verunreinigt haben könnte. Ob der Arbeitgeber Mitarbeiter bei Krankheit nach Hause schicken darf, kommt darauf an. „Auf die reine Selbstgefährdung des Arbeitnehmers, kann der Arbeitgeber hinweisen“, sagt Meier. Möchte der dann trotzdem bleiben, ist das seine Entscheidung. Anders sieht es aus, wenn der Mitarbeiter die Kollegen gefährdet oder seine Arbeit nicht mehr ordentlich ausführen kann. Meier nennt Beispiele: „Der Kraftfahrer, dem schwindelig ist, kann nicht Lkw fahren.“ «


Quelle: Kölner Wochenspiegel - 14. Woche vom 5. April 2017