Veröffentlicht am: 24.04.2017 um 12:55 Uhr:

Sport: Frauen, das starke Geschlecht

Beim Marathon ermüden Frauen langsamer als Männer. Forscher sind sich noch uneins, ob das psychologische oder physiologische Ursachen hat

» Eine aktuelle Studie, in der 92.000 Marthon-Resultate analysiert wurden, hat gezeigt, dass Frauen ihre Renneinteilung besser im Griff haben als Männer: In der zweiten Rennhälfte wurden sie im Schnitt nur um 11,7 Prozent langsamer, die Männer dagegen um 15,6 Prozent. Aber warum ist das so?

Für den US-Evolutionspsychologen Robert Deaner deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Männer eher bereit sind "riskante Schritte" zu wagen. Er glaubt, dass dies "auf eine angeborene Veranlagung zurückgeht, die sich als Reaktion auf die unterschiedlichen Herausforderungen entwickelt hat, mit denen Männer und Frauen im Lauf der Evolutionsgeschichte konfrontiert waren."

Sandra Hunter, Gesundheitswissenschaftlerin an der Marquette-University in Milwaukee, weist dagegen darauf hin, dass Frauen allgemein weniger schnell ermüden als Männer. "Wenn man eine Gruppe von Probanden bittet, Muskelkontraktionen bis zu einem gewissen Prozentsatz der Maximalbelastung durchzuführen udn diese pausenlos zu wiederholen, wird man feststellen, dass es in der Regel die Männer sind, deren Kraft zuerst nachlässt", sagt sie.

Ein Fazit zieht die Studie nicht. Nur zwei Erkenntnisse formulieren die Wissenschaftler: "Erstens, das es Unterschiede in der Ermüdung zwischen Männern und Frauen gibt, und zweitens, dass wir weit davon entfernt sind, diese Unterschiede zu verstehen." «


Quelle: Runner′s World November 2015