Veröffentlicht am: 30.04.2017 um 19:41 Uhr:

Reisen: Mängel schnell reklamieren

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen... Wenn aber mal was schief läuft, dann sollten Sie schauen, ob es sich um einen echten Mangel handelt oder eher um eine Unannehmlichkeit. Bei einem Mangel gilt es schnell und richtig zu reagieren...

» (dpa-mag). Wenn im Urlaub etwas schief läuft, kann ein Reisemangel vorliegen. Dann gibt es vom Veranstalter unter Umständen etwas Geld zurück, etwa bei einer starken Flugverspätung von mehr als vier Stunden. Doch Vorsicht: Ein Urlauber muss einen Mangel sofort melden. "Jeder Kunde muss vor Ort unverzüglich reklamieren", sagt der Reiserechtler Professor Ernst Führich aus Kempten.

Was heißt das konkret? Reisende müssen den Mnagel der Reiseleitung - als dem Vertragspartner am Urlaubsort mitteilen. "Wer Geld vom Reiseveranstalter zurück möchte, kann sich nicht nur beim Hotelchef beschweren", sagt Führich. Fotos als Beweis sind ebenfalls sinnvoll.

Nach dem Ende der Reise haben Urlauber vier Wochen Zeit, den Mangel schriftlich beim Veranstalter geltend zu machen und eine Preisminderung zu verlangen. Wie viel Geld es zurück gibt, ist nicht gesetzlich geregelt. Anhaltspunkte bieten aber die Frankfurter Tabelle oder die Kemptner Reisemängeltabelle. Führichs Kemptner Tabelle enthält etwa wichtige Urteile zum Thema. Die Frankfurter Tabelle gibt ebenfalls einen Überblick über Mängel und die üblichen Preisminderungen. Sie ist für Gerichte nicht bindend, bietet Reisenden aber eine Orientierung, was sie in etwa einfordern können.

Nicht alles ist gleich ein Mangel: "Vereinzelte Kakerlaken gelten nicht als Reisemangel", erklärt Führich. Erheblicher Kakerlakenbefall eventuell schon.

Etwas Wartezeit am Buffet können Gerichte lediglich als Unannehmlichkeit bewerten - dann gibt es kein Geld. Auch Armbänder bei All-Inclusive-Reisen werden als Unannehmlichkeit gewertet. «


Quelle: Kölner Wochenspiegel - 5. KW vom 1. Februar 2017