Veröffentlicht am: 25.08.2017 um 17:01 Uhr:

Auto und Verkehr: Volle Haftung bei Unfall

Wie schaut es bei Ihnen aus mit dem Schulterblick beim Spurwechsel? - Oder sind Sie der Meinung, dass der Blick in die Spiegel reicht? - Warum dies evtl. eine teure Fehleinschätzung sein könnte, lesen Sie im nachfolgenden Artikel...

» (dpa-mag). Wer bei einem Spurwechsel den Schulterblick vergisst, muss für den Zusammenprall mit einem anderen Auto unter Umständen allein haften. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Hamburg (Az.: 32 C 4/15) hervor, auf das der Deutsche Anwaltsverein (DAV) hinweist.

In dem Fall wechselte ein Autofahrer von der linken auf die rechte Spur. Er hatte den Blinke gesetzt und in die Seitenspiegel geschaut. Dennoch bemerkte er ein von hinten rechts kommendes Auto nicht und stieß damit zusammen. Von diesem Fahrer forderte er nun Schadensersatz.

Doch das Gericht wies die Klage ab: Für den Unfall hafte der Spurwechseler allein. Als Ausscherender müsse sich so verhalten, dass er andere dabei nicht gefährdet. Kommt es zu einem Unfall, spreche sonst der sogenannte Anscheinsbeweis dafür, dass er diese Sorgfaltspflicht verletzt hat. Da der Kläger angab, sowohl geblinkt als auch in die Seitenspiegel geschaut zu haben, einen erforderlichen Schulterblick aber nicht erwähnte, habe er seiner Sorgfaltspflicht nicht genügt. Damit haftet er zu hundert Prozent. Der Schulterblick sei allein schon wegen des viel größeren Blickwinkels nötig. «


Quelle: Kölner Wochenspiegel - 19. Juli 2017