Veröffentlicht am: 12.09.2017 um 11:55 Uhr:

Bundestagswahl: Zwei Fragen deren Antworten mich persönlich interessieren – an Bündnis 90/Die Grünen gerichtet

Am 13. August 2017 sandte ich, im Vorfeld der Bundestagswahl, folgende Mail mit den beiden Frage an Bündnis 90/Die Grünen - info@gruene-bundestag.de:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Vorfeld des anstehenden Bundestagswahlkampfes habe ich heute zwei Fragen an Sie und bitte um zeitnahe Beantwortung dieser:

1) Sollten Sie nach der Wahl an der Regierung beteiligt sein, wie gedenken Sie die Situationen in den Flüchtlingsländern so zu verändern/verbessern, dass sich die Flüchtlinge nicht mehr auf den gefährlichen, beschwerlichen Weg nach Europa machen (müssen).
Türkische "Abfanglager", die Hoffnung, dass das Mittelmeer noch mehr Opfer fordert bzw. abschreckend wirkt oder das beharren auf das Dublin-Abkommen sind meiner Ansicht nach eher Anzeichen von Ohnmacht, denn von vernünftigen Plänen für die Zukunft.

2) Sollten Sie nach der Wahl an der Regierung beteiligt sein, wie werden Sie (deutsche) Verbraucher vor sogenannten Fakeshops schützen? - Diese wachsen nach meinen Beobachtungen, wie Pilze aus dem Boden und selbst namhafte Konzerne scheinen keine probaten Mittel gegen diese moderne Form der Piraterie zu haben.

Diese beiden Themen brennen mir aktuell auf den Nägeln, weil Sie auch nicht unbedingt im direkten Wahlkampf-Fokus stehen und daher bin ich gespannt auf Ihre Antworten.

Vielen Dank schon einmal vorab.


Mit freundlichem Gruß
...

Als Antwort erhielt ich am 1. September 2017 folgende Mail:


» Sehr geehrter Herr Leuschner,

vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Vorhaben.



Eine Teilantwort können wir Ihnen jetzt schon geben und bitte Sie um Geduld - die Antwort zu den Fakeshops ist noch in Arbeit.



Zu Ihrer ersten Frage antworten wir wie folgt:

Sie haben völlig Recht, eine Lösung für die Flüchtlinge und die großen Gefahren auf der Flucht finden wir nur, wenn wir die Ursachen für die Flucht verstehen und nachhaltig bekämpfen.

Die Position der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag lautet:

Die beste Flüchtlingspolitik ist und bleibt diejenige, die Menschen davor bewahrt, ihre Heimat verlassen zu müssen. Eine Politik, die daran arbeitet, die strukturellen Ursachen der Zerstörung von Lebensgrundlagen langfristig zu beheben. In der globalisierten Welt hilft es dabei wenig, wenn alle mit dem Finger auf die anderen zeigen. Fluchtursachenbekämpfung heißt deshalb für uns GRÜNE zunächst, nach der eigenen Verantwortung zu fragen.

Wir in Europa exportieren Rüstungsgüter in Krisengebiete, überfischen die Weltmeere und nehmen in Kauf, dass unsere Agrarexporte andernorts die Existenzgrundlage von Bäuerinnen und Bauern zerstören. Die Ursachen von Flucht und Vertreibung lassen sich weder mit höheren Zäunen noch mit Patrouillenbooten oder durch Pakte mit Autokraten lösen. Wir GRÜNE setzen uns deshalb für eine kohärente internationale Politik ein und fordern strukturelle Reformen in Bereichen wie Handel, Landwirtschaft, Energie, Fischerei, Außenpolitik und Klimaschutz, wie sie die nachhaltigen Entwicklungsziele vorgeben. Wir werden die ärmsten Staaten bei der Anpassung an Klimaveränderungen entschieden unterstützen. Und wir brauchen eine faire Handelspolitik. Rüstungsexporte in Krisengebiete und an Staaten mit hochproblematischer Menschenrechtslage werden wir stoppen.

Die EU muss mehr zur Bewältigung der Krisen und Kriege beitragen, vorrangig im Rahmen der Vereinten Nationen. Zivile Krisenprävention wird daher ein zentrales Feld grüner internationaler Politik bleiben. Um Menschen zu helfen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, muss die deutsche humanitäre Hilfe in einer krisenhaften Zeit wie dieser auf weit über eine Milliarde Euro stabilisiert werden und UN-Hilfsorganisationen wie das World Food Programme brauchen zudem eine dem Bedarf entsprechende stabile Finanzierung. Länder wie Jordanien, Türkei, Pakistan, Libanon, Äthiopien oder Kenia nehmen weltweit die meisten Flüchtlinge auf. Die internationale Gemeinschaft darf diese Länder aus humanitären Gründen nicht im Stich lassen.





Mit freundlichen Grüßen
... «

Sie haben ja nun den Inhalt der Antwort selbst gelesen und daher verzichte ich auf eine persönliche Bewertung des Inhalts, wobei ich es bedauerlich finde, dass Bündnis 90/Die Grünen das Thema Fakeshops bislang noch nicht auf dem Schirm hatten. Und das, wo die Digitalisierung immer weiter voranschreitet und die Partei auch an der Wahlkampfarena während der gamescom 2017 teilgenommen hat...

Bislang (bis zum 12. Sepetember 2017) sind die Ausführungen zum Thema Fakeshops noch nicht eingegangen...

Aber eines möchte ich Ihnen dennoch gerne aufzeigen.

Mit Hilfe des BlaBlaMeters habe ich den BlaBla-Faktor meiner Frage-Mail und der Antwort-Mail der Partei analysieren lassen und dabei folgendes Ergebnis erhalten:

Bullshit-Index meiner Frage-Mail: 0,11 - Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ′Bullshit′-Deutsch.

Bullshit-Index der Antwort der SPD: 0,27 - Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ′Bullshit′-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.


Hinweis: Dieser Artikel wird automatisch am 31.10.2017 von FJL-Fotodesign.de gelöscht.