Veröffentlicht am: 18.11.2017 um 13:16 Uhr:

Gesundheit: Laufen ohne zu stampfen

Welchen Einfluss haben die Aufprallkräfte beim Laufen auf das Verletzungsrisiko? Eine Studie zieht einen Zusammenhang zwischen einer hohen Aufprallbelastung und einem hohen Verletzungsrisiko...

» Die Wissenschaftlerin Irene Davis von der Harvard University hat in einer Studie festzustellen versucht, welche Auswirkungen die Aufprallbelastung beim Laufen auf das Verletzungsrisiko hat. Dabei verglich sie zunächst die verletzten mit den nicht verletzten Studienteilnehmern: Von den untersuchten 249 Freizeitläufern verletzten sich 144 während der zweijährigen Untersuchungsperiode. Dabei gab es hinsichtlich des Trainingsumfangs keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, und vor allem wiesen sie keine Unterschiede bei der vertikalen Aufprallbelastung auf. Doch die Wissenschaftlerin grenzte die Gruppen weiter ein und konzentrierte sich auf verletzte Läufer, die einen Arzt zur Behandlung ihrer Verletzung hinzugezogen hatten. Diese verglich sie dann mit einer kleinen Gruppe von 21 Probanden, die angaben, dass sie in ihrer bisherigen Laufkarriere noch nie verletzt waren. Bei der Gegenüberstellung dieser beiden Untergruppen wiesen die Läufer mti den diagnostizierten Verletzungen tatsächlich höhere vertikale Aufprallbelastungen auf als die Gruppe der nie Verletzten.

Nun hat die Studie allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft, da sie sich explizit auf Fersenläufer konzentrierte. Alle Probanden wurden zuvor in ein Labor eingeladen, um ihren Laufstil zu analysieren. Diejenigen, die beim Laufen nicht mit der Ferse aufkamen, wurden von vornherein ausgeschlossen. Also ist der einzige relevante Schluss, der aus der Studie gezogen werden kann, derjenige, dass Fersenläufer offensichtlich weniger Verletzungen erleiden, wenn sie nicht so hart mit dem Fuß aufkommen. «


Quelle: Runner′s World 6/2016