Veröffentlicht am: 29.10.2017 um 11:25 Uhr:

Gesundheit: Weg mit dem Stress

Läufer zeigen geringere Stressreaktionen als Nichtläufer: Das könnte ein weiterer Grund für ihre höhere Lebenserwartung sein...

» Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie teilten Studenten in zwei Gruppen. Eine absolvierte ein 20-wöchiges aerobes Trainingsprogramm, bei dem unter anderem zweimal pro Woche gelaufen wurde. Die Wissenschaftler maßen die Stressreaktionen der Studenten zu Beginn und am Ende des Programms, das sich über eine sehr anstrengende Prüfungszeit erstreckte. Für einen 36-stündigen Zeitraum, der auch eine Prüfung mit einschloss, trugen die Probanden Herzfrequenzmessgeräte. So konnte die Aktivierung des sympathischen Nervensystems kontrolliert werden. Dabei gilt allgemein: Wenn man sehr gestresst ist, schlägt das Herz eher regelmäßig. Ist man entspannt, ist die Frequenz variabler.

Die Messungen ergaben, dass die trainierten Studenten im Vergleich zu den nichtrainierten in den Prüfungsphasen eine höhere Variabilität der Herzfrequenz aufwiesen - ein Hinweis darauf, dass sie besser mit dem Stress fertig wurden. Die bestätigt, was viele Menschen ohnehin empfinden: Bewegung hilft beim Stressabbau.

Die positiven Auswirkungen des Sports sind aber möglicherweise noch weitreichender und subtiler: Wie allgemein bekannt, führt regelmäßige Bewegung zu einem reduzierten Risiko für Herzerkrankungen. Bekannte Mechanismen wie die Senkung von Blutdruck und Cholesterinspiegel sowie der Abbau von Übergewicht liefern jedoch nur für etwa 60 Prozent der beobachteten Effekte eine Erklärung. Aber was ist mit den restlichen 40 Prozent? Die Forscher halten es für möglich, dass die stressmindernde Wirkung ein weiterer Grund ist, warum regelmäßiges Training hilft, das Herz zu schützen. «


Quelle: Runner′s World 5/2016