Veröffentlicht am: 01.11.2017 um 14:06 Uhr:

Köln: Dünnwalder Sage vom weißen Mönch

Wissen Sie, was es mit dem weißen Mönch in Köln-Dünnwald auf sich hat? - Falls nicht, dann lesen Sie hier eine Erklärung, die ich im Kölner Wochenspiegel entdeckt habe...

» Der weiße Mönch der Dünnwalder Sage war der Geist eines Mönches, der sich in der Nähe des ehemaligen Klosters und dem Emberg herumtrieb. Er zeigte sich auch an den ehemaligen Klosterweihern, geisterte müde und traurig durch die Kirche, den Klosterhof und auf den Mauern. Zur Ruhe sollte er erst kommen, wenn von den Gebäuden des Klosters nichts mehr stehen würde. Warum der Mönch zur Spukgestalt wurde? Er hatte einem Mädchen die Treue geschworen, den Schwur gebrochen und war zur Sühne ins Kloster gegangen. Dort wurde er auch nicht glücklich, verließ das Kloster und zog in die Welt hinaus, die ihm nur noch einen Platz als Söldner mit Spiel und Alkohol bot. Nach seinem Tot kam er an den Ort seiner gebrochenen Versprechen zurück. Gesehen haben ihn immer nur die Menschen die gleichfalls Untaten begangen hatten. Der Mönch erschien ihnen dann zum eigenen Schrecken mit ihrem eigenen Totengesicht. Er erscheint stets mit dem Gesicht des Menschen, der ihn sieht. Wenn die Nacht zu dunkel ist oder der Wanderer ausweichen will, hebt der Mönch eine Leuchte, so das der Betreffende ihn sehen muss. Die, die ihn sehen können, halten ebenso ihre Versprechen nicht. Im alten Dünnwald gab es daher wenig Treulosigkeit im Liebes- und Eheleben. Die Dünnwalder Straße „Am weißen Mönch“ und der unmittelbar daneben errichtete Bildstock des weißen Mönchs soll natürlich nicht an die Spukgestalt sondern an die Prämonstratenser Mönche des Klosters erinnern. «


Quelle: Kölner Wochenspiegel vom 26. Juli 2017