Veröffentlicht am: 10.12.2017 um 11:07 Uhr:

Auto und Verkehr: Mitschuld für Mitfahrer

Im ACV Profil 2/17 hat der Kölner Rechtsanwalt Wolfgang Biermann die Mitschuld für Mitfahrer erläutert, wenn diese, selbst alkoholisiert, zu einem alkoholisierten Fahrer ins Auto steigen...

» Wer sich von einem betrunkenen Fahrer chauffieren lässt, trägt bei einem Unfall unter Umständen eine Mitschuld. Zu diesem Urteil kam das Oberlandesgericht Karlsruhe im Fall eines Klägers, der zu einem mit 1,7 Promille alkoholisierten Bekannten ins Auto gestiegen war. Nach wenigen Kilometern kam es zu einem Unfall, bei dem sich der Beifahrer schwer verletzte. Seine Klage auf vollen Ersatz aller erlittenen Schäden wiesen die Karlsruher Richter jedoch zurück, nicht zuletzt aufgrund seines eigenen Alkoholkonsums. Auch beim Beifahrer hatte die Polizei 1,2 Promille gemessen. In der Urteilsbegründung führten sie aus, der Beifahrer habe sich „einem infolge Alkoholgenusses fahruntüchtigen Fahrzeugführer anvertraut, obwohl ihm erhebliche Zweifel an dessen Fahrtüchtigkeit hätten kommen müssen“. Der Einwand des Klägers, dass die beiden den Abend nicht zusammen verbracht hatten und er folglich nicht wissen konnte, wie viel der Beklagte getrunken hatte, überzeugte die Richter nicht. Den Verweis darauf, dass er selbst nicht nüchtern gewesen sei, verwendete das Gericht sogar gegen den Kläger: Deshalb habe er die Situation nicht nur falsch eingeschätzt, sondern sogar fahrlässig herbeigeführt. Letztlich muss er daher ein Drittel der Unfallfolgen selbst tragen. (AZ: 1 U 35/13) «


Quelle: ACV Profil 2/17

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