Veröffentlicht am: 07.12.2016 um 09:56 Uhr:

Berufsleben: Dienstgespräche nicht bei Krankheit

Der nachfolgende Artikel aus dem Kölner Wochenende zeigt auf, dass während einer Krankschreibung der Mitarbeiter nicht vom Chef zu einem Dienstgespräch verpflichtet werden kann...

» (dpa-mag). Unternehmen können kranke Mitarbeiter nicht zwingen, an einem Personalgespräch teilzunehmen. Eine Kündigung deswegen ist damit unzulässig. Darauf weist die Deutsche Anwaltauskunft hin und beruft sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Nürnberg (Az: 7 Sa 592/14).

In dem Fall war eine Mitarbeiterin arbeitsunfähig erkrankt. Der Arbeitgeber kündigte das Arbeitsverhältnis während der Krankschreibung und lud sie mehrfach zu Personalgesprächen in den Betrieb ein. Zum Inhalt der Gespräche machte er keine Angaben.

Nachdem die Frau den ersten beiden angesetzten Terminen ferngeblieben war, erteilte der Arbeitgeber ihr eine Abmahnung. Danach lud er sie noch einmal zu einem Personalgespräch ein. Als die Mitarbeiterin auch diesem Personalgespräch fernblieb, kündigte der Arbeitgeber erneut.

Dagegen klagte die Frau mit Erfolg. Die Kündigung sei unwirksam, da die Arbeitnehmerin nicht gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen habe, so die Arbeitsrichter in ihrem Urteil.

Es gebe keine Verpflichtung, während einer Krankschreibung an Personalgesprächen teilzunehmen. Aufgrund seines Weisungsrechts könne ein Arbeitgeber grundsätzlich Personalgespräche anordnen, zu denen der Arbeitnehmer auch verpflichtet sei - aber nur soweit es um die zu erbringende Arbeitsleistung gehe. «


Quelle: Kölner Wochenende - Ausgabe 40 vom 8. Oktober 2016