Veröffentlicht am: 09.05.2026 um 19:24 Uhr:

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Wissen: Wie alt kann ein Rotmilan werden?

Wenn er das erste Jahr übersteht, kann der heimische Greifvogel ein langes Leben haben

» Deutschland ist die Heimat der Rotmilane. In keinem anderen Land leben so viele Greifvögel dieser Gattung aus der Familie der Habichtartigen: Laut Schätzungen sind es 42 Prozent des weltweiten Bestands, der rund 39.000 Brutpaare zählen soll.

Der Rotmilan ist gut zu erkennen an seiner Farbe und seinem gegabelten Schanz, weswegen er im Volksmund auch "Gabelweihe" genannt wird. Der überwiegend rostrote Vogel hat an der Unterseite auch schwarze und weiße Federn, sein Kopf ist grau. Mit 60 bis 75 Zentimetern Körperlänge erreicht er eine beachtliche Größe.

Rund ein Kilo schwer, segelt er mit einer Flügelspannweite von 1,5 bis 1,8 Metern elegant durch die Lüfte, immer auf der Jagd nach Beute, die er über Äckern, Wiesen und Weiden erspäht. Dabei ist er nicht wählerisch: Mäuse, Maulwürfe und Feldhamster verschmäht er ebenso wenig wie Vögel, Amphibien, Insekten und Fische. Selbst Aas schreckt ihn nicht. Gelegentlich stiehlt er Nahrungsmittel, etwa aus Abfalltonnen.

Selbst in seinem Nest landen skurrile Dinge: Vogelkundler fanden dort schon Plastiktüten, Textilien, Arbeitshandschuhe, Tennisbälle und Plüschtiere. Im Frühjahr legen die Weibchen meist drei Eier. Nach dem Schlüpfen dauert es rund 50 Tage, bis die Jungvögel flügge werden.

Rotmilane sind sogenannte Teilzieher: Während einige Populationen das ganze Jahr über im Brutgebiet bleiben, ziehen andere im Winter in wärmere Regionen nach Südwesteuropa oder Nordafrika. Obwohl sie sich dann trennen, bleiben Rotmilanpaare oft ein Leben lang treu und finden in der Brutzeit wieder zueinander.

In den ersten Lebensjahren ist die Sterblichkeitsrate hoch. Nahrungsmangel, Abschuss, Kollisionen mit Hindernissen und Vergiftungen sind die häufigsten Todesursachen. Der größte Teil der Vögel wird bis zu zehn Jahre alt. Der älteste bislang in Freiheit gefundene Rotmilan war allerdings schon fast 30 Jahre. «


Quelle: Thomas Kunze in der HÖRZU vom 28. März 2024

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