Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 20:26 Uhr:
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Reisen: Europas schönste Nationalparks - Gran Paradiso
» Ursprünglich diente dieses alpine Hochgebirge vor allem einem einzigen Zweck: dem Schutz des Alpensteinbocks. Als die eindrucksvollen Tiere mit ihren markanten Hörnern Anfang des 20. Jahrhunderts im gesamten Alpenraum nahezu ausgerottet waren, überlebte eine letzte Population in den abgeschiedenen Tälern rund um den Gran Paradiso. Das Gebiet stand schon zuvor als königliches Jagdreservat unter Schutz und wurde schließlich 1922 offiziell zum Nationalpark erklärt – dem ersten Italiens. Damit wurde der Grundstein für ein der bedeutendsten Artenschutzprojekte Europas gelegt.
Heute gilt der Nationalpark Gran Paradiso als Symbol dafür, wie erfolgreich Naturschutz sein kann. Der Alpensteinbock ist längst keine Rarität mehr, sondern begegnet Wanderern selbst in großer Höhe oft erstaunlich zutraulich. Doch nicht nur er hat hier eine sichere Heimat gefunden. In den weiten Hochlagen, Felsflanken und Gletschertälern leben inzwischen zahlreiche weitere alpine Arten. Steinadler ziehen ihre Kreise über den Tälern, während Bartgeier – einst ebenfalls aus dem Alpenraum verschwunden – wieder über den Gipfeln segeln und das ökologische Gleichgewicht der Hochgebirgslandschaft bereichern.
Das Herz des Nationalparks bildet der Gran Paradiso selbst, mit 4.061 Metern der höchste vollständig auf italienischem Boden liegende Gipfel. Er ragt als majestätischer Mittelpunkt der Grajischen Alpen über ein weit verzweigtes Netz aus Tälern, Gletschern und alpinen Matten. Für viele Bergsteiger besitzt er eine besondere Anziehungskraft: Als sogenannter „Einsteiger-Viertausender“ gilt der Gran Paradiso als vergleichsweise gut erreichbar, verlangt aber dennoch Respekt vor Höhe, Wetter und alpinem Gelände. Gerade deshalb bietet er einen idealen Einstieg in die Welt der hohen Alpengipfel.
So verbindet der Nationalpark Gran Paradiso auf einzigartige Weise Naturgeschichte, aktiven Artenschutz und alpinistische Tradition. Zwischen grasenden Steinböcken, schroffen Felswänden und eisigen Gipfeln lässt sich hier erleben, wie eng das Schicksal einer Landschaft mit dem ihrer Tiere verknüpft ist – und wie aus einer Rettungsmaßnahme ein dauerhaftes Refugium von europäischem Rang wurde.
Info: lovevda.it/de «
Quelle: HÖRZU vom 27. Juni 2025 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot