Veröffentlicht am: 14.06.2026 um 12:31 Uhr:
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Internet: WhatsApp-Kettenbrief im Umlauf: Greift KI wirklich auf deine Chats zu?
» Kettenbrief sorgt für Verunsicherung
Aktuell kursiert in vielen WhatsApp-Gruppen eine Nachricht, die vor angeblichen Datenschutzrisiken durch Künstliche Intelligenz warnt. Besonders Gruppenadministratoren werden darin aufgefordert, eine Funktion namens „erweiterter Chat-Datenschutz“ umgehend zu aktivieren – inklusive detaillierter Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Der Kettenbrief behauptet, dass ohne diese Einstellung die Gefahr bestehe, dass eine KI auf persönliche Chats, Telefonnummern und sogar auf weitere Daten des Smartphones zugreifen könne.
Was an den Behauptungen dran ist
Die zentrale Aussage des Kettenbriefs ist jedoch falsch. WhatsApp setzt weiterhin auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die sicherstellt, dass Nachrichten nur von den beteiligten Gesprächspartnern gelesen werden können.
Auch durch neue KI-Funktionen hat sich an diesem grundlegenden Schutzmechanismus nichts geändert. Eine Verarbeitung von Daten erfolgt nur dann, wenn Nutzerinnen und Nutzer entsprechende Funktionen aktiv verwenden.
Die im Kettenbrief dargestellten Szenarien eines automatischen Datenzugriffs oder umfassender Überwachung durch KI entsprechen somit nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.
Warum sich die Meldung trotzdem verbreitet
Solche Kettenbriefe nutzen häufig Unsicherheit rund um neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. Gerade bei sensiblen Themen wie Datenschutz entsteht schnell Verunsicherung – auch wenn die Inhalte faktisch nicht zutreffen.
Der Hintergrund der Nachricht ist dabei nicht komplett aus der Luft gegriffen: Meta testet tatsächlich neue KI-Funktionen für WhatsApp. Diese sind jedoch optional und werden nicht automatisch aktiviert.
Was bringt der „erweiterte Chat-Datenschutz“ wirklich?
Die im Kettenbrief genannte Einstellung existiert tatsächlich – allerdings erfüllt sie andere Zwecke, als dort behauptet wird.
Mit aktiviertem erweitertem Chat-Datenschutz profitieren Nutzerinnen und Nutzer von zusätzlichen Kontrollelementen:
- Chatverläufe können nicht mehr exportiert werden
- Medien wie Fotos und Videos werden nicht automatisch auf anderen Geräten gespeichert
- Die Nutzung von KI-Funktionen innerhalb eines Chats kann eingeschränkt werden
Wichtig: Diese Einstellung ist optional und kann unabhängig vom Administrator von jedem Gruppenmitglied aktiviert werden. Andere Chatteilnehmer werden darüber informiert, wenn der erweiterte Datenschutz aktiv ist.
Fazit
Der aktuelle WhatsApp-Kettenbrief basiert auf Fehlinformationen und übertreibt mögliche Risiken deutlich. Eine akute Gefahr für persönliche Chats besteht nicht.
Dennoch lohnt sich ein bewusster Umgang mit den verfügbaren Datenschutzfunktionen. Wer zusätzliche Kontrolle über seine Daten wünscht, kann entsprechende Einstellungen aktiv nutzen – sollte sich dabei jedoch auf verlässliche Informationen statt auf virale Kettennachrichten verlassen. «
Quelle: Jonas Neugebauer und Isabel Gebhardt für SWR3.de am 13. Juni 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot