Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 09:21 Uhr:

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FJL-Fotodesign.de: Entwidmung der Lutherkirche in der Kölner Südstadt am 18. Juli 2026

In diesem Artikel schildere ich meine persönlichen Eindrücke vom Entwidmungsgottesdienst der Lutherkirche in der Kölner Südstadt vor, während und nach dem Gottesdienst


Entwidmung oder Endwidmung oder ...? Sa 18. Juli 2026 - 14.00 h | Foto: FJL-Fotodesign.de

Vorgeschichte

Vor kurzem teilte mir ein Arbeitskollege mit, dass die Lutherkirche in der Kölner Südstadt entwidmet werden würde. – Kurz darauf habe ich diese Information auch durch die Medien erhalten.

Vor mehr als 50 Jahren bin ich genau in dieser Lutherkirche getauft worden und fühle mich also auch ein wenig mit dieser Kirche verbunden.

Zudem waren meine Mutter und ich interessehalber einmal in einem Gottesdienst an einem Karnevalssonntag. Ungewöhnlich, aber passend zur Lage der Kirche in der Kölner Südstadt, zog der Pfarrer mit der „Decke Trumm“ ein.

Da in Köln-Flittard die Lukaskirche entwidmet worden ist, war diese Entwidmung meine zweite und ich konnte Vergleiche ziehen...


Vor dem Entwidmungsgottesdienst

Ein Foto von einem Stehtisch mit einem Blümchen und dem Kirchenraum im Hintergrund mit meiner Systemkamera führte zu einem netten, aber auch bisweilen merkwürdigen, Gespräche mit der Pressevertreterin der Kirchengemeinde. So wurde ich gefragt, für wen ich denn die Fotos machen würde. – Soweit OK, aber als sie die Internetadresse erhalten wollte, bat ich sie sich diese zu notieren. Darauf war die Vertreterin wohl nicht vorbereitet. – Sehr irritierend fand ich, dass als sie mich fragte, ob auf meiner Website meine Kontaktdaten zu finden seien. – Dass sie mich darauf hinwies, dass ich die Persönlichkeitsrechte der Besucherinnen und Besucher wahren solle, geht auch vollkommen in Ordnung. Aber wurde jede und jeder, der während des Gottesdienstes sein Handy in die Höhe reckte auch darüber informiert!?


Innenhof der Lutherkirche in der Kölner Südstadt | Foto: FJL-Fotodesign.de

Eingang in die Kirche

Eine eher unfreundliche Begrüßung erfuhr ich, als ich in die Kirche gehen wollte, durch den Pfarrer am Eingang. – „Sie sind?“ – Da fühlt man sich gleich willkommen!
Vermutlich lag es an meiner Systemkamera, die ich in der Hand hielt…!
Schade fand ich auch, dass ich das Programm des Gottesdienstes erst nach Nachfrage vom Pfarrer erhielt.


Während des Gottesdienstes

Ein wenig befremdlich für mich war, dass die Gemeinde sämtliche Gebete, dank des Programms, mitsprechen sollte. – In der Rückbetrachtung wirkt es auf mich, als wollten die eigentlich Verantwortlichen für diese Entscheidung diese nicht alleine aussprechen, sondern ihre Schäfchen mit in diese Verantwortung einbinden.

Beim Programmpunkt „Jakobs Leitern (2026)“ wurde unter den Leitern vermutlich der Grundstein der Kirche herausgearbeitet, was aber kaum jemand so genau sehen konnte. Und keiner der anwesenden Pfarrerinnen und Pfarrer hatte die Idee, dies a) anzukündigen oder b) zu erklären…

Bei der Austeilung von Brot und Wein wurde für mich deutlich, dass die Verantwortlichen für diesen Gottesdienst nicht auf diese große Zahl an Gläubigen vorbereitet waren. – Wie anders ist zu erklären, dass einer der Pfarrer in aller Eile seine Brotscheiben in kleine Stücke reißen musste? – Im Vorfeld des Gottesdienstes schien es bereits so, dass man Stühle von überall herholte, um den Besucherinnen und Besuchern Sitzgelegenheiten zu bieten, was noch nicht ganz so auffällig war, als diese hektische Brotteilung.

Das Gebet „Dank und Fürbitten gemeinsam“ mag ich nicht kommentieren, da es an der einen oder anderen Stelle Interpretationsspielraum lässt, der vielleicht unfair zu schließen wäre.

Am Ende des Gottesdienstes wurde der Altar leergeräumt und das Kreuz und weitere Gegenstände vom Altar in eine Holzkiste gegeben. – Diese Kiste bot, für mich, von ihrer Größe nicht die Möglichkeit die Gegenstände würdevoll hinein zu stellen. – Und eine Frage stellt sich mir: Was geschieht nun mit diesen Gegenständen? Denn die Kiste war eine Art Umzugskiste, aber ein Umzug erfolgt nicht...

Interessant finde ich auch, dass am Ende des Programmhefts zu lesen ist: „Am 19. Juli findet im Süden kein Predigtgottesdienst statt“. – Aus dieser gewählten Form lese ich persönlich: Es gibt keine Einladung zu einem Gottesdienst innerhalb der Gemeinde! - Es fühlt sich ein wenig so an, als wolle man sagen: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann hilf dir selbst - und finde selbst den nächsten Termin!“

Solch ein Gottesdienst wäre aus meiner Sicht ein Zeichen für ein Neuanfang der Gemeinde gewesen, aber da man zu keinem Gottesdienst eingeladen hat, hätte man die Kiste auch gleich „begraben“ können.

Und erlauben Sie mir noch eine Frage: Wo war eigentlich der langjährige, ehemalige Pfarrer dieser Kirche Hans Mörtter? - Er war übrigens der Pfarrer mit der „Decke Trumm“, und der Gottesdienst war sehr gut besucht, wie ich mich erinnere...


Nach dem Gottesdienst

Ich habe mich, zum Leidwesen einer vor uns sitzenden Frau, bereits während des Gottesdienstes mit zwei Sitznachbarinnen unterhalten, aber auch noch mit anderen im Nachgang. Und alle waren über das eine oder andere irritiert, wie der Gottesdienst abgelaufen ist.

Mir scheint, hier brennen die Verantwortlichen nicht für ihre Gemeinde und das Leben innerhalb der Gemeinde, sondern waren allein von der Angst gelähmt, dass ihre Entscheidung nicht von allen gut geheißen wird.


Fazit

Ich für meinen Teil, kann nun verstehen, warum so viele Menschen sich gegen das „Bodenpersonal der evangelischen Kirche“ aussprechen und sich entweder sonntags von der Kirche fern halten oder am Ende gar austreten. Ich habe selten so „blutleere“ Pfarrerinnen und Pfarrer erlebt wie in diesem Gottesdienst.

Ich würde dem Kirchenkreis und den Pfarrerinnen und Pfarrern empfehlen, einmal diesen Gottesdienst und die damit verbundenen Unstimmigkeiten innerhalb der Kölner Südstadt zu reflektieren. - Es mag ja sein, dass die Lutherkirche als Kirche finanziell nicht mehr haltbar ist. - Das mag ich nicht entscheiden. - Aber vielleicht sind Gottes Wege vielfältiger, als man "Kleingläuber" zu glauben scheint...

Es gibt viel zu tun, und Gottes Friede auf Erden wichtig: Daher nehmen Sie bitte alle mit, die sich für die Zukunft der Lutherkirche einsetzen!


Wer sich zu diesem Artikel und/oder zum Entwidmungsgottesdienst äußern möchte, ist gerne eingeladen, mir unter folgender Mailadresse zu schreiben: entwidmung.lutherkirche@fjl-fotodesign.de

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