Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 22:50 Uhr:

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MEDICA: Blackout, Cyberangriffe, Krisenversorgung: Diese Themen prägen die 1st German Health Resilience Conference

Neue Konferenz im Rahmen der MEDICA macht Resilienz konkret – erste Programmschwerpunkte und Referenten stehen fest


Welcome-Banner der MEDICA24 | Foto: Constanze Tillmann / Messe Düsseldorf
» Pandemien, Cyberangriffe, Extremwetterereignisse, geopolitische Konflikte oder großflächige Stromausfälle: Die Zahl möglicher Belastungsszenarien für die Gesundheitsversorgung nimmt zu. Krankenhäuser, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen und Behörden müssen jedoch auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Mit der 1st German Health Resilience Conference erhält dieses Zukunftsthema erstmals eine eigene Plattform im Rahmen der MEDICA 2026 in Düsseldorf (16.-19. November), zahlreiche hochkarätige Referenten und Schwerpunkte der Agenda stehen bereits fest.

Die neue Konferenz wird gemeinsam von der Messe Düsseldorf und der German Health Alliance (GHA) kuratiert und organisiert, unterstützt auch durch den Industrieverband SPECTARIS. Sie widmet sich mit ihrem Bühnenprogramm inmitten des MEDICA-Geschehens (in Halle 11) der Frage, wie sich die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitswesens stärken lässt: von strategischen Grundsatzfragen bis hin zu konkreten Erfahrungen aus der Praxis. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten entlang der Versorgungskette.

Durch die deutschsprachige Konferenz wird die strategische Weiterentwicklung der MEDICA um eine Perspektive bereichert, die angesichts der weltweit zunehmenden Unsicherheiten an Bedeutung gewinnt. Dabei geht es nicht nur um die Bewältigung akuter Krisenlagen, sondern auch um die langfristige Fähigkeit von Gesundheitssystemen, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen und Versorgung dauerhaft sicherzustellen.

Von gesellschaftlicher Resilienz bis zur Krisenfestigkeit von Krankenhäusern

Das Programm spannt einen Bogen von gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen bis hin zu operativen Herausforderungen im Klinikalltag. Bereits zum Auftakt steht die Frage im Raum, wie gut Deutschland auf unterschiedliche Gefährdungslagen vorbereitet ist und welche Erwartungen Bevölkerung und Institutionen an ein belastbares Gesundheitssystem haben.

Zu den Referenten zählt Prof. Dr. Alexander Fekete von der Technischen Hochschule Köln, der sich seit vielen Jahren mit Risiko- und Resilienzforschung beschäftigt. „Mich motiviert es, Resilienz in verschiedenen Disziplinen und bei wichtigen Themen wie Gesundheit zu stärken. Ich verspreche mir von der Konferenz einen Austausch darüber, wie gesundheitliche Resilienz gelingen kann“, so Fekete.

Neben gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit werden auch besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, lokale Unterstützungsnetzwerke und die Rolle der Zivilgesellschaft betrachtet. Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit gesundheitlicher Vulnerabilität, Community Resilience und der Frage, wie Bürgerinnen und Bürger sowie pflegende Angehörige in Krisensituationen zur Stabilisierung von Versorgungssystemen beitragen können.

Wenn der Strom ausfällt: Blackout-Szenarien als Stresstest für die Versorgung

Wie schnell kritische Infrastrukturen unter Druck geraten können, zeigt das Beispiel großflächiger Stromausfälle. Solche Szenarien betreffen längst nicht nur Energieversorger, sondern haben unmittelbare Auswirkungen auf medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Apotheken und Rettungsdienste.

Der Berliner Leitende Branddirektor Karsten Göwecke widmet sich diesem Themenkomplex anhand eines großflächigen Blackout-Szenarios: „Lang andauernde Stromausfälle sind ein Szenario, das zu komplexen Herausforderungen für das gesamte Gesundheitswesen von der ambulanten Versorgung bis hin zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit eines Krankenhauses führt. Viele Erkenntnisse, wie man auch mit einfachen Maßnahmen die Resilienz deutlich erhöhen und Einschränkungen minimieren kann, sollen in meinem Vortrag geteilt werden."

Solche Praxisbeispiele stehen exemplarisch für den Anspruch der Konferenz, strategische Diskussionen mit konkreten Handlungsempfehlungen zu verbinden. Neben technischen und organisatorischen Fragestellungen spielen dabei Alarm- und Einsatzplanung, Notfallkommunikation sowie die Sicherung kritischer Ressourcen eine wichtige Rolle.

Zwischen KRITIS-Schutz, Cyberrisiken und realen Krisenerfahrungen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Absicherung kritischer Infrastrukturen und der Frage, wie belastbar bestehende Schutzkonzepte tatsächlich sind. Die Agenda greift aktuelle Herausforderungen auf – von IT-Ausfällen und Cyberangriffen bis hin zu Naturkatastrophen oder krisenbedingten Versorgungsengpässen.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte einer Podiumsdiskussion zukommen, die bewusst den Blick auf reale Ereignisse richtet und Erfahrungen aus tatsächlichen Krisensituationen mit theoretischen Planungen vergleicht.

André Solarek, Leiter der Stabsstelle Krisenmanagement an der Charité (Universitätsmedizin Berlin), wird hierzu die Perspektive eines Universitätsklinikums einbringen: „In meinem Vortrag geht es darum, wie wir Krankenhäuser krisensicherer aufstellen können: von Strom- und Wasserversorgung über IT-Sicherheit bis hin zu Objektschutz und klaren Strukturen für Krisenmanagement. Anhand unserer Erfahrung zeige ich sehr praktische Schritte, die jedes Haus morgen angehen kann. Mein Ziel ist es, dass jede und jeder mit einem klaren `Nächster-Schritt-Plan´ nach Hause geht.“

Ergänzt werden diese Perspektiven durch Beiträge zu Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplanung, klinischer Katastrophenmedizin, Ausfallsicherheit digitaler Systeme sowie Anforderungen an resiliente Krankenhausstrukturen.

Gesundheitliche Resilienz als Gemeinschaftsaufgabe

Die Themen der Konferenz reichen bewusst über „klassische“ Krankenhaus-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutzfragen hinaus. Auch die ambulante Versorgung, Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Labore, öffentliche Verwaltung, Hilfsorganisationen und die Bundeswehr werden in die Diskussion einbezogen. Dadurch entsteht ein fachübergreifender Austausch, der unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Erfahrungen zusammenführt.

Die 1st German Health Resilience Conference versteht sich damit als Plattform für diejenigen, die Versorgungssicherheit nicht nur unter Normalbedingungen denken, sondern auch für Situationen, in denen etablierte Abläufe an ihre Grenzen geraten. Sie schafft einen Rahmen, in dem Strategien, Erfahrungen und Lösungsansätze zusammengeführt werden, um die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitswesens langfristig zu stärken.

„Mit der Premiere der Konferenz nimmt die MEDICA 2026 ein Thema in den Fokus, das künftig für Gesundheitseinrichtungen, Politik, Industrie und Gesellschaft gleichermaßen relevant sein wird: die Fähigkeit, auch unter außergewöhnlichen Belastungen handlungsfähig zu bleiben“, bringt es Carmen Berger, Verantwortliche der Messe Düsseldorf für die MEDICA, auf den Punkt.

Alle Informationen zur 1st German Health Resilience Conference online: https://www.medica.de/ghrc1.

Konferenztickets können bereits über den Online-Ticketshop der MEDICA 2026 (16.-19. November) erworben werden unter: https://www.medica.de. «


Quelle: Pressemitteilung der Messe Düsseldorf GmbH vom 23. Juli 2026

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