Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 08:06 Uhr:

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Thüringen: Tag des offenen Denkmals 2026: Deutsche Stiftung Denkmalschutz öffnet das Schmale Haus in Eisenach

Nur 2,05 Meter breit und voller Geschichte: Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Thüringen zur Besichtigung des Schmalen Hauses in Eisenach ein. Das außergewöhnliche Fachwerkgebäude zählt zu den schmalsten Wohnhäusern Deutschlands und erzählt zugleich von gelebtem Denkmalschutz und bürgerschaftlichem Engagement.


Schmales Haus in Eisenach (Thüringen) | Foto: Wuellenweber / Deutsche Stiftung Denkmalschutz
» Am Tag des offenen Denkmals 2026 beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Thüringen mit einem ganz besonderen Baudenkmal am bundesweiten Kulturereignis. In Eisenach öffnet das sogenannte Schmale Haus seine Türen und gewährt Besucherinnen und Besuchern Einblicke in eines der ungewöhnlichsten Wohngebäude Deutschlands.

Das Haus am Johannisplatz wurde vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und misst an seiner Außenfassade lediglich 2,05 Meter Breite. Trotz dieser außergewöhnlichen Dimension erstreckt sich das Fachwerkhaus über mehrere Geschosse und zeigt eindrucksvoll, wie Wohnraum in früheren Jahrhunderten auch auf engstem Raum funktional und kreativ gestaltet werden konnte.

Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt das Gebäude einer Umgestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals erhielt das Haus seine charakteristische Jugendstilfassade, die bis heute mit floralen und geometrischen Ornamenten das Stadtbild prägt. Die Verbindung aus historischem Fachwerkbau und dekorativer Fassadengestaltung macht das Gebäude zu einer architektonischen Besonderheit.

Doch das Schmale Haus ist nicht nur aufgrund seiner Maße bemerkenswert. Seine Geschichte steht auch exemplarisch für den Einsatz engagierter Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt historischer Bauten. Bereits im Jahr 1880 sollte das kleine Gebäude größeren Neubauten am Johannisplatz weichen. Der Abriss konnte jedoch verhindert werden.

Erneut bedroht war das Haus in den 1970er Jahren. Damals setzte sich der Eisenacher Klaus Trippstein für dessen Rettung ein, restaurierte das Gebäude und entwickelte es zu einem Ort der Begegnung. Bekannt wurden insbesondere die sogenannten Montagsrunden, bei denen sich Bürgerinnen und Bürger regelmäßig über gesellschaftliche und zeitgeschichtliche Themen austauschten. Dieses Engagement blieb in der DDR nicht unbeobachtet und verleiht dem Haus eine zusätzliche zeitgeschichtliche Bedeutung.

Zum Tag des offenen Denkmals können Besucher das Schmale Haus zwischen 11 und 17 Uhr unter fachkundiger Begleitung besichtigen. Die Führungen vermitteln Einblicke in die Baugeschichte, die architektonischen Besonderheiten und die bewegte Geschichte des Hauses, das in Eisenach auch unter dem Namen „Handtuch“ bekannt ist.

Der Tag des offenen Denkmals wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und gilt als Deutschlands größtes Kulturevent rund um das gebaute Erbe. Am 13. September 2026 öffnen Denkmaleigentümer in ganz Deutschland ihre Türen und ermöglichen besondere Einblicke in historische Gebäude und ihre Geschichten. Die bundesweite Eröffnungsveranstaltung findet in diesem Jahr in Bamberg statt. Mit dem Schmalen Haus in Eisenach präsentiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Thüringen ein Denkmal, das auf eindrucksvolle Weise Architekturgeschichte, Bürgerengagement und gelebte Erinnerungskultur miteinander verbindet.

Weitere Programm-Highlights für jedes Bundesland gibt es unter: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/artikel/programmhighlights-2026 «


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 2. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot