Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 13:04 Uhr:

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gamescom congress: Denk mal an den Staat: Was die Verwaltung von der Games-Branche lernen kann

Wie lassen sich staatliche Dienstleistungen verständlicher, nutzerfreundlicher und effizienter gestalten? Auf dem gamescom congress 2026 zeigte Spieleentwickler Matthias März, warum ausgerechnet die Games-Branche wertvolle Impulse für die öffentliche Verwaltung liefern kann und weshalb Bürgerinnen und Bürger von einem stärker nutzerzentrierten Ansatz profitieren würden.

» Verwaltung neu denken: Lektionen aus der Spieleentwicklung

Die Videospielbranche steht seit Jahren unter dem Druck, komplexe Systeme möglichst verständlich, motivierend und zugänglich zu gestalten. Spielerinnen und Spieler erkennen sofort, wenn Regeln unklar sind, Rückmeldungen fehlen oder der Einstieg unnötig kompliziert gestaltet wurde. Besonders unabhängige Entwicklerstudios setzen deshalb auf frühe Tests, kontinuierliches Nutzerfeedback und eine schrittweise Weiterentwicklung ihrer Produkte.

Genau diese Prinzipien nahm Matthias März, Gründer und Entwickler von Marttalin Games, in seinem Vortrag auf dem gamescom congress 2026 in den Blick. Unter dem Titel „Denk mal an den Staat – Was die Verwaltung von der Games-Branche lernen kann“ zeigte er auf, wie sich bewährte Methoden aus der Spieleentwicklung auf die öffentliche Verwaltung übertragen lassen.

Nutzerzentrierung statt Behördenlogik

Während Verwaltungsprozesse häufig aus der Perspektive von Zuständigkeiten, Gesetzen und internen Abläufen gedacht werden, orientieren sich Spieleentwickler konsequent an den Bedürfnissen ihrer Nutzer. Jede Funktion, jede Information und jede Interaktion wird daraufhin geprüft, ob sie verständlich und hilfreich ist.

Übertragen auf staatliche Dienstleistungen bedeutet das: Formulare, digitale Portale und Verwaltungsverfahren sollten konsequent aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger gestaltet werden. Komplizierte Fachbegriffe, unübersichtliche Prozesse und unnötige Hürden können so reduziert werden.

Feedback als Motor für Verbesserungen

Ein weiterer zentraler Aspekt der Spieleentwicklung ist die enge Zusammenarbeit mit der Community. Neue Funktionen werden getestet, Rückmeldungen gesammelt und Schwachstellen identifiziert. Verbesserungen erfolgen oft in kurzen Entwicklungszyklen.

Auch die Verwaltung könnte von einer solchen Feedback-Kultur profitieren. Bürgerinnen und Bürger erleben Verwaltungsleistungen täglich und können wertvolle Hinweise liefern, wo Prozesse unverständlich, zeitaufwendig oder fehleranfällig sind. Werden diese Rückmeldungen systematisch erfasst und ausgewertet, entstehen konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Iterative Entwicklung statt Perfektionsanspruch

In der Games-Branche gilt es als selbstverständlich, Produkte Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Anstatt auf die perfekte Lösung zu warten, werden neue Funktionen früh bereitgestellt und kontinuierlich optimiert.

Für Verwaltungen könnte dieser Ansatz bedeuten, digitale Angebote schneller verfügbar zu machen und auf Grundlage realer Nutzungserfahrungen weiterzuentwickeln. So lassen sich Probleme früh erkennen und Ressourcen gezielter einsetzen.

Kein Spiel, sondern bessere Nutzerführung

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, staatliche Dienstleistungen zu „gamifizieren“ oder Bürgerinnen und Bürger durch spieltypische Mechanismen zu beeinflussen. Ebenso wenig sollen sogenannte Dark Patterns eingesetzt werden, also manipulative Designmethoden, die Nutzer zu bestimmten Entscheidungen drängen.

Vielmehr steht eine bessere Nutzerführung im Mittelpunkt: klare Informationen, nachvollziehbare Abläufe und hilfreiches Feedback während der Nutzung. Gleichzeitig bleiben Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und die Verantwortung staatlicher Institutionen unangetastet.

Die spannende Leitfrage

Im Zentrum des Vortrags stand eine provokante, aber aufschlussreiche Frage: Was passiert, wenn wir den Staat als ein gut gestaltetes Spiel betrachten?

Die Antwort liegt weniger im Spielen selbst als in den dahinterliegenden Designprinzipien. Wer Verwaltung konsequent aus Sicht ihrer Nutzerinnen und Nutzer denkt, Feedback ernst nimmt und Dienstleistungen kontinuierlich verbessert, kann staatliche Angebote verständlicher, zugänglicher und bürgerfreundlicher machen. Die Methoden der Games-Branche könnten damit zu einem unerwarteten Impulsgeber für die digitale Transformation des öffentlichen Sektors werden. «


Quelle: Informationen zum gamescom congress 2026 der Koelnmesse GmbH & Matthias März vom 27. August 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)