Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 00:00 Uhr:
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Ausstellung: Auf Augenhöhe: Dresdner Ausstellung gibt Kunstschaffenden mit Behinderung eine Stimme
» Kunst kann Brücken bauen, Perspektiven verändern und Menschen sichtbar machen. Genau das will die neue Ausstellung „Wir machen Kunst“ im Kunstverein Dresden erreichen. Vom 16. bis 31. Oktober 2026 präsentiert die Schau zehn großformatige Porträts von Kunstschaffenden aus Dresden und der Region, die eines gemeinsam haben: Sie leben mit einer Behinderung und gestalten aktiv das kulturelle Leben ihrer Stadt.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Behinderung selbst, sondern die Frage, was es bedeutet, Künstlerin oder Künstler zu sein. Gemeinsam mit den Porträtierten entwickelte Fotografin Anja Schneider individuelle Bildkonzepte, die deren Persönlichkeit, kreative Arbeit und Lebensrealität widerspiegeln. Der Ansatz der Ausstellung ist bewusst partizipativ: Die Beteiligten entschieden selbst mit, wie sie dargestellt werden möchten.
Besonders eindrucksvoll ist das Porträt der Rapperin C.C. Estrés, die an der chronischen Erkrankung ME/CFS leidet. Die Aufnahme entstand in ihrem Zuhause, das aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen inzwischen nahezu ihr gesamter Lebensraum geworden ist. Mit ihrer Teilnahme verbindet die Musikerin die Hoffnung, mehr Aufmerksamkeit für die oft unsichtbare Krankheit zu schaffen. Trotz der hohen Zahl Betroffener sei das Wissen über die Erkrankung in der Gesellschaft und selbst im medizinischen Bereich noch immer unzureichend.
Die Ausstellung macht deutlich, wie vielfältig die künstlerische Landschaft in Dresden ist. Zu sehen sind unter anderem der Tänzer David Köhler vom Ensemble Farbwerk, die Bildhauerin und Druckgrafikerin Manuela König sowie weitere Kreative, die trotz unterschiedlichster Einschränkungen ihren festen Platz in der Kulturszene gefunden haben. Ihre Geschichten zeigen, dass Kunst keine Frage körperlicher Voraussetzungen ist, sondern von Ausdruckskraft, Ideenreichtum und Leidenschaft lebt.
Für den Kunstverein Dresden markiert „Wir machen Kunst“ zugleich einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit und Inklusion. Anlass dafür ist nicht zuletzt das 20. Jubiläum der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Verantwortlichen verstehen das Projekt als Auftakt für weitere Veränderungen. Bereits jetzt werden Ausstellungen regelmäßig in Leichter Sprache vermittelt, zudem sind weitere Maßnahmen wie ein barrierefreier Umbau und eine Überarbeitung der Internetpräsenz geplant.
Kuratorin Meike Paula Thar sieht darin mehr als ein Kulturprojekt. Es gehe darum, Menschen mit Behinderung nicht nur abzubilden, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Während Menschen mit Behinderung in der Geschichte der Fotografie oft Objekt fremder Perspektiven waren, setzt die Ausstellung auf Selbstbestimmung und Begegnung auf Augenhöhe.
So wird „Wir machen Kunst“ weit mehr als eine klassische Fotoausstellung. Sie lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, gewohnte Blickwinkel zu hinterfragen und Teilhabe neu zu denken. Die Botschaft dahinter ist ebenso einfach wie wichtig: Kunst gehört allen Menschen. Und eine inklusive Gesellschaft beginnt dort, wo Vielfalt nicht als Besonderheit wahrgenommen wird, sondern als selbstverständlicher Teil des Zusammenlebens.
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Quelle: Artikel von vp für MDR Aktuell am 16. Oktober 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)