Veröffentlicht am: 25.02.2019 um 14:36 Uhr:

Berufsleben: Jeck bei der Arbeit

Was ist an Karneval erlaubt und was nicht? - Dieser Frage ist der Kölner Wochenspiegel nachgegangen...

» (dpa-mag). Helau und Alaaf oder Arbeit wie immer? Karneval wird nicht überall gefeiert - und offizielle Feiertage sind Rosenmontag und Altweiber auch nicht. Auch überzeugte Jecken müssen also zur Arbeit. Doch was ist dort erlaubt? Und was nicht? - Mit Pappnase am Schreibtisch: Ein klein wenig Narrenfreiheit gibt es auch am Arbeitsplatz. "Verkleidet zur Arbeit zu kommen, halte ich in vielen Fällen schon für akzeptabel", sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Gleiches gilt für eine zurückhaltende Dekoration, die Luftschlange am Monitor auf dem Schreibtisch zum Beispiel. "Der Arbeitgeber kann aber eingreifen, wenn jemand publikumsnah arbeitet", sagt der Experte. Am Empfang können Pappnasen also verboten sein, an anderen Arbeitsplätzen dafür nicht. Gibt es einen Betriebsrat, muss dieser solche Regelungen erst zustimmen.

Krawatte abscheiden: Dieser Brauch ist vielerorts traditioneller Teil der Weiberfastnacht. Allerdings ist es juristisch gesehen auch eine Sachbeschädigung. "Das geht nur, wenn der andere ausdrücklich einverstanden ist", sagt Meier. "Das ist so üblich" wäre hier keine Ausrede. Die Tatsache, dass jemand an Altweiberfastnacht überhaupt mit Krawatte ins Büro kommt, kann allein noch nicht als Einwilligung verstanden werden. Närrinnen müssen vor dem Schnitt also nachfragen - auch wenn der Charme des "Weiberaufstands" dadurch verloren geht.

Bützchen links, Bützchen rechts: Gerade in Köln gehört der Kuss auf die Wange für viele zum Karneval dazu. Im Betrieb darf - und sollte - er aber trotzdem unterlassen werden. "Angesichts der heutigen Debatte scheint das völlig aus der Zeit gefallen", sagt Meier mit Blick auf die Diskussion um Sexismus und sexueller Belästigung. Der Arbeitgeber kann deshalb Regelungen erlassen, die ein solches Verhalten kategorisch verbieten - genau wie beim Krawattenschnitt übrigens. «


Quelle: Kölner Wochenspiegel vom 24. Januar 2018

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