Veröffentlicht am: 15.10.2020 um 19:30 Uhr:

Kölner Verkehrsbetriebe: KVB-Kunden werden schon mal übersehen

An der Haltestelle "Flittard-Süd" ist das Schild zugewachsen

» Flittard (sf). Da war sich die Bezirksvertretung Mülheim einig: Die Beschilderung an der Bushaltestelle "Flittard-Süd" ist unzureichend und die Aufstellung eines bisher fehlenden Fahrgastunterstandes dringend erforderlich. Die Bezirksvertreter hatten sich anlässlich einer Bürgereingabe mit der Problematik beschäftigt.

Die Petentin war selbst in die Sitzung der Bezirksvertreter gekommen, um ihre Situation zu schildern: "Ich pendle seit vier Jahren. Schon öfter ist der Bus an mir einfach vorbeigefahren, weil die Haltestelle vom Busfahrer nicht als solche erkannt wurde. Ein kleines Haltestellen-Häuschen mit Beleuchtung würde dies sicher ändern", sagte die Petentin. Vor allem in der dunklen Jahreszeit kommt es anscheinend häufiger vor, dass Fahrgäste nicht gesehen werden, da weder eine ausreichende Beleuchtung angebracht, noch ein Wartehäuschen aufgestellt wurde.

Die Stadt sah das wohl anders und legte den Bezirksvertretern eine Ablehnung des Vorschlags der Petentin vor: "Ein Fahrgastunterstand kann an beiden Haltestellenpositionen nicht eingerichtet werden, da in beiden Richtungen der gemeinsame Geh-/Radweg parallel zur Straße verläuft und keine zusätzliche Flächen zur Verfügung stehen. Zudem sind die Flächen nicht im Besitz der Stadt Köln", erklärt diese.

Die Mülheimer Bezirksvertreter zeigten sich hinsichtlich dieser Antwort sehr verärgert, der Fuß- und Radweg könne doch keine Argumentation sein, die Anregung abzulehnen: "Die Antwort ist eine Unverschämtheit. Unsere Behörden sind schließlich für uns da und nicht für sich selbst", zeigte sich Claudia Brock-Stroms (SPD) erbost über die Antwort. "So kann man den ÖPNV nicht fördern. Die Haltestelle motiviert keinen dazu, in den Bus zu steigen", sagte Winfried Seldschopf (Grüne) und fügte hinzu: "Wenn die Stadt kein Grundstück für den Fahrgastunterstand zur Verfügung hat, soll sie es doch vom Land kaufen."

Entsprechend dieser Antwort fassten die Bezirksvertreter auch ihren Beschluss, dem alle Mülheimer Lokalpolitiker einstimmig zustimmten: "Die Bezirksvertretung Mülheim beauftragt die Verwaltung, einen Fahrgastunterstand zu errichten und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, falls ein nichtstädtisches Grundstück dafür genutzt werden muss, zum Beispiel durch Kauf oder Pacht." «


Quelle: Kölner Wochenspiegel vom 4. Dezember 2019

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