Veröffentlicht am: 11.01.2023 um 11:53 Uhr:

Kölner Verkehrsbetriebe: KVB plant wegen angespannter Personalsituation eine Anpassung des Stadtbahn-Fahrplans

Einschränkungen auf einzelnen Linien außerhalb der Hauptverkehrszeiten – Maßnahmen sollen mehr Verlässlichkeit bringen und Fahrpersonal entlasten

» Angesichts eines nach wie vor hohen Krankenstandes planen die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) Anpassungen ihres Stadtbahn-Fahrplans. „Unser Ziel ist es, für unsere Kunden wieder ein stabileres und verlässlicheres Angebot zu schaffen und gleichzeitig unsere zunehmend belasteten Fahrer und Fahrerinnen zu entlasten“, so KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. Ein außergewöhnlich hoher Krankenstand beim Fahrpersonal hat in den vergangenen Wochen für zahlreiche Fahrtausfälle und Beschwerden der Fahrgäste gesorgt. „Die aktuelle Betriebsqualität entspricht weder den Erwartungen unserer Kunden noch unseren eigenen Ansprüchen“, so Haaks. „Uns geht es damit wie vielen anderen Unternehmen der Nahverkehrsbranche, die sich in einer ähnlich schwierigen Situation befinden.“


Die geplanten Maßnahmen im Einzelnen:

* Bis ca. 9 Uhr, also in der morgendlichen Hauptverkehrszeit, gilt mit wenigen Ausnahmen (Linie 7, Linie 9 und Linie 17) der normale Fahrplan.
* Die Linie 4 fährt nach 9 Uhr nur noch von Schlebusch bis zur Leyendeckerstraße.
* Die Linie 5 fährt nach 9 Uhr auf dem gesamten Linienweg im 20-Minuten-Takt.
* Auf der Linie 7 entfallen morgens einige Verstärkerfahrten.
* Auf der Linie 9 entfällt morgens eine Verstärkerfahrt im Rechtsrheinischen.
* Die Linie 12 fährt nach 9 Uhr zwischen Niehl und Merkenich ebenfalls im 20-Minuten-Takt.
* Die Linie 18 fährt nach 9 Uhr nicht mehr bis Thielenbruch. Dafür wird die Linie 13 von der Vischeringstraße nach Thielenbruch verlängert, um die Linie 3 zu entlasten und eine Verbindung zum Bezirkszentrum Mülheim herzustellen.
Auf dem Abschnitt zwischen Buchheim und Klettenberg verkehrt die Linie
18 dann alle 10 Minuten statt wie bisher alle 5 Minuten. Im Abschnitt bis Schwadorf bleibt es wie bisher beim 10-Minuten-Takt, von dort bis nach Bonn beim 20-Minuten-Takt.
* Die Linie 17 fährt in Doppeltraktion im 20-Minuten-Takt.

Diese Änderungen sollen ab dem 1. März gelten, bereits ab dem 6. Februar entfallen die nachmittäglichen Verstärkerfahrten auf den Linien 1, 9 und 15. Außerdem wurde durch den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge und eine dadurch mögliche Verlängerung der Wendezeiten an den Endhaltestellen die Anfälligkeit für Verspätungen auf den Linien 4, 13 und 18 reduziert. Durch alle diese Anpassungen wird die Zahl der Dienste im Stadtbahn-Betrieb so reduziert, dass ein weitgehend stabiles Angebot gestellt werden kann.

Stefanie Haaks: „Wir haben mehrere Optionen einer Fahrplananpassung intensiv geprüft. Alle Varianten sind mit zum Teil erheblichen Nachteilen für die Fahrgäste verbunden. Wir versuchen nun eine Gratwanderung zwischen dem, was wir den Fahrgästen und was wir unserem Fahrpersonal zumuten können. Die jetzt geplanten Maßnahmen lassen uns zudem die Möglichkeit, den Betrieb flexibel wieder zu verstärken, wenn die Krankenquote wieder sinkt.“


Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für die angespannte Personalsituation sind vielfältig. Die Krankenquote bewegt sich seit Wochen zwischen 15 und 20 Prozent, liegt tageweise sogar darüber. Für die Personalplanung eines Jahres wird immer ein gewisser Krankenstand auf Basis von Daten aus den vergangenen Jahren zugrunde gelegt. Diese Daten werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Eine solch andauernd hohe Krankenquote wie im Moment war in der Personalplanung für dieses Jahr allerdings nicht vorherzusehen. In der Folge reichen die eingeplanten Personalreserven derzeit nicht aus, um den normalen Fahrplan zu stellen. Insbesondere kurzfristige Krankmeldungen verstärken dieses Problem zusätzlich. Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit steigt, außerdem trägt eine leicht erhöhte Fluktuation in der Belegschaft zur angespannten Situation im Fahrdienst bei.

Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor der KVB: „Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft und die Arbeitsbelastung bei den Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst ist hoch.“

Um dem aktuellen Personalmangel entgegenzuwirken, hat die KVB ihre
Anstrengungen zur Gewinnung von Fahrpersonal intensiviert: durch Aktivitäten auf verschiedensten Stellenbörsen, das Angebot von niederschwelligen Bewerbungsmöglichkeiten, Online-Anzeigen über die verschiedenen Sozialen Plattformen, Fahrpersonal-Werbung auf den Rückwänden der Fahrerstände, Werbe-Schriftzüge auf den Bussen, die auf Leerfahrt sind, Überarbeitung der bestehenden Kommunikationsmedien, Gestaltung einer Recruiting-Bahn und einiges mehr.

Im Jahr 2022 wurden 61 Teilnehmer für die Stadtbahnfahrschulen eingestellt. Neue Fahrschulen starten im Januar und April, und die Ausbildungskapazitäten für 2023 wurden erhöht. Fahrer, die Im Ruhestand sind, wurden angeschrieben, ob sie vorübergehend aushelfen können. „Die Aktion zeigt erste Erfolge“, so Peter Densborn. „Allerdings spiegeln sich die Anstrengungen noch nicht im gewünschten Ausmaß wider.“ Daher werden auch weitere Maßnahmen wie Anreizsysteme für Fahrerinnen und Fahrer, die an ihren freien Tagen arbeiten, diskutiert. «


Quelle: Presse-Info der Kölner Verkehrsbetriebe vom 4. Januar 2023

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