Foto-Glossar

Bildprozessor

Der Bildprozessor in Ihrer Digitalkamera hat eine sehr hohe Bedeutung, denn er bestimmt die Qualität Ihrer Aufnahmen. Er rangiert mit dem Bildsensor sowie dem Objektiv auf den vorderen Rängen der wichtigsten Elemente einer Kamera. Oftmals erkundigen sich Fotoenthusiasten zunächst nach der Anzahl der Megapixel einer potenziellen Kamera - dabei ist der Bildprozessor weitaus wichtiger. Er ist eine Kombination aus Software, hauptsächlich Algorithmen, und Hardware. Seine Aufgabe besteht darin, mithilfe des Bildsensors und der von ihm übermittelten Daten über Helligkeit, Farbton und Farbsättigung der einzelnen Bildpunkte die exakten Helligkeits- und Farbwerte für jedes einzelne Pixel zu berechnen. Bei einem farbigen Foto mit nur 2 Megapixeln und damit einer Auflösung von 1.600 x 1.200 Bildpunkten und dem entsprechenden gedruckten Format von 9 x 13 Zentimetern entspricht das bereits 3.800 Rechenprozessen innerhalb von Millisekunden. Der Bildprozessor nimmt auf die wichtigsten Eigenschaften eines digitalen Fotos Einfluss: Kantenglättung, Rauschunterdrückung und Farbdarstellung. Bei der Kantenglättung zeichnet der Bildprozessor die Aufnahme etwas weicher, damit etwaige Farbabweichungen durch einzelne Pixel ausgeglichen werden. Das Rauschen, also Störungen im Bild, versucht der Bildprozessor zu unterdrücken. Dafür trennt er die eingehenden Bildsignale von den Störsignalen aus dem Bildsensor (etwa bei einem hohen ISO-Wert). Schwierig wird es, wenn Ihr Motiv aus vielen feinen Details besteht. Diese könnten bei der Rauschunterdrückung an Qualität auf dem Foto verlieren. Um die Farben hingegen korrekt darzustellen, vergleicht der Bildprozessor die Informationen jedes einzelnen Pixels mit seinem Nachbar-Pixel, um so durch einen komplexen Algorithmus die korrekten Farben und Helligkeiten zu errechnen.


Quelle: Foto Praxis 1/13