Veröffentlicht am: 17.06.2025 um 06:53 Uhr:
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Bundesregierung: Rede der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, eingangs der Befragung der Bundesregierung vor dem Deutschen Bundestag
» Verehrte Frau Präsidentin!
Liebe Kollege Dobrindt!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Als Start-up-Gründerin bin ich es gewohnt, ein bisschen schneller loszulegen, und fokussiere mich hier auf ein paar frische Denkansätze – auf Pragmatismus und Skalierung –, die wir auch im Baubereich brauchen.
In meiner Rede zur Regierungserklärung habe ich über drei Ts gesprochen, nämlich Tempo, Technologie und Toleranz.
Der erste Punkt, Tempo, betrifft die Baugesetzbuchnovelle, die wir in den ersten 100 Tagen vorlegen werden – das ist dringend notwendig –, einschließlich des sogenannten Bauturbos. Wir müssen einfacher und schneller bauen, auch mithilfe des Gebäudetyps E.
Zweiter Punkt: Technologie. Wir können einige Kosten einsparen, wenn wir seriell bauen, wenn wir künstliche Intelligenz nutzen, wenn wir modular bauen und wenn wir alle Innovationen, zum Beispiel aus dem Bundesforschungszentrum – hier wollen wir sozusagen ein Innovationshub fördern –, zur Verfügung stellen.
Zur Toleranz gehört auch, dass wir bauen wollen, und nicht jeder sagt: „Überall, aber nicht in meinem Hinterhof.“
Wir werden, wenn wir mehr bauen, auch die Wirtschaft ankurbeln, denn die Bauwirtschaft ist die Lokomotive unserer Volkswirtschaft. Und gemeinsam mit Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, will ich noch ein paar Kohlen ins Feuer werfen.
Wenn wir über Wohnungen reden, dann müssen wir natürlich auch über den Markt reden. Das ist kein Markt wie jeder andere. Wir brauchen Regeln. Wir brauchen die Mietpreisbremse. Und wir müssen dafür sorgen, dass wir in Städten wohnen, wo wir uns begegnen können, wo wir das Miteinander stärken und wo vielleicht der ein oder andere Angstraum eingedämmt werden kann. Beispiele dafür durfte ich letztens beim Tag der Städtebauförderung in Koblenz-Neuendorf besichtigen.
Ich freue mich, mit Ihnen weitere Projekte in ganz Deutschland zu entwickeln, die beispielhaft zeigen, was geht, wenn wir Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung zusammendenken, wenn wir an einem Strang ziehen, wenn wir neu denken und wenn wir alle miteinander beherzt anpacken.
Darauf freue ich mich, genauso wie auf Ihre Fragen, für deren Beantwortung ich ein bisschen mehr Zeit habe, als ich von Herrn Dobrindt für meinen einleitenden Bericht bekommen habe.
Vielen Dank. «
Quelle: Bulletin 38-2 des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung vom 22. Mai 2025