Veröffentlicht am: 20.09.2025 um 08:31 Uhr:

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Wissen: Wo liegt das größte Kloster Europas

In der Abtei Fontevraud lebten Nonnen und Mönche zusammen - und doch strikt getrennt. Das Riesenareal machte es möglich

» Ganze 14 Hektar umfasst die Abtei Fontevraud im Tal der Loire - so viel wie der Görlitzer Park in Berlin. Oder 20 Fußballfelder. Zählt man Weiden, Wälder und Weinberge dazu, sind es gar 45 Hektar. Damit gilt die Abtei im Nordwesten Frankreichs als Europas größtes Kloster. Gegründet wurde es um 1100 von Priester Robert d'Arbrissel: "Er versammelte Männer und Frauen ohne soziale Unterschiede zu einer Gemeinschaft", berichtet Kunsthistoriker Julien Bertreux, der am Erhalt der Abtei arbeitet. Laut Überlieferung war d'Arbrissel ein begnadeter Prediger und gutmütiger Mensch.

"Die Abtei bestand aus vier Klöstern, drei für Nonnen und einem für Mönche", weiß Bertreux. Untypisch: Allen vier Klöstern stand eine Frau vor. 36 Äbtissinnen leiteten in rund sieben Jahrhunderten Fontevraud und achteten dabei auf die Trennung der Geschlechter. Das Kloster wuchs und wurde um Gebäude der Romanik, Gotik, Renaissance, Klassik und Neuklassik ergänzt.

1792 beendete die französische Revolution das Schaffen der Kleriker, das Klostergut wurde zum nationalen Eigentum erklärt. Wenig später ließ Napoleon die Abtei in ein Gefängnis umwandeln. Nach dessen Schließung wurden die Gebäude 1963 restauriert. Seit 2000 zählt die Abtei Fontevraud zum Unesco-Weltkulturerbe und kann besichtigt werden. «


Quelle: Felicitas Bläsche in der HÖRZU vom 7. Februar 2025

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