Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:14 Uhr:
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Wissen: Wo steht das größte Gezeitenkraftwerk der Welt?
» Die Kraft des Meeres versteht der Mensch schon seit Jahrhunderten zu nutzen, etwas mit Mühlen an der Atlantikküste, die durch das Wasser angetrieben wurden, das beim Wechsel von Ebbe und Flut hin und her strömt. Doch der wechselnde Wasserstand lässt sich natürlich auch zur Stromerzeugung nutzen: in Gezeitenkraftwerken.
La Rance bei Saint-Malo in der Bretagne etwa ging 1967 ans Netz und war mit 240 Megawatt Leistung lange Zeit das größte Gezeitenkraftwerk der Welt. Mittlerweile hat ihm die 2011 in Betrieb gegangene Anlagein Sihwa-ho, etwa 40 Kilometer südwestlich von Seoul, mit 254 Megawatt den Rang abgelaufen. Das Gelbe Meer weist an der Westküste Südkoreas einen Tidenhub von bis zu acht Metern auf und ist daher ein idealer Standort für die Anlage. Sie wurde nachträglich in einen knapp 13 Kilometer langen Damm eingebaut, mit dessen Hilfe einst eine Lagune angelegt wurde, die als Süßwasserreservoir dienen sollte.
Der große Vorteil von Gezeitenkraftwerken ist, dass sie Energie erzeugen, ohne CO2 auszustoßen. Außerdem geht von ihnen nur eine geringe Gefahr für Meerestiere aus, weil sich die Rotoren der stromerzeugenden Turbinen verhältnismäßig langsam drehen. Allerdings verursachen sie unter Wasser Lärm, der Tiere stören könnte. Und natürlich stellen sie einen erheblichen baulichen Eingriff dar, da sie die natürlichen Strömungen beeinflussen.
Weiterer Nachteil: Bau und Unterhaltung sind vergleichsweise teuer, müssen die Bauteile doch Salzwasser und starken äußeren Kräften standhalten. Pläne für noch größere Anlagen als Sihawa-ho, etwa in Kanada und Großbritannien, liegen aus diesen Gründen derzeit auf Eis. «
Quelle: Thomas Röbke in der HÖRZU vom 26. September 2025