Veröffentlicht am: 24.02.2026 um 20:00 Uhr:

ca. 2 Minute(n) Lesezeit

Bücher: Das große Schweigen

In „Der Blinde Fleck“ gehen Stephan Lebert und Louis Lewitan der Frage nach, warum in vielen Familien über die NS-Vergangenheit geschwiegen wurde – und welche Folgen das bis heute hat.

» In unzähligen deutschen Familien blieb ein Kapitel jahrzehntelang unausgesprochen: die eigene Verstrickung in den Nationalsozialismus. Großeltern, Urgroßeltern, Mitläufer, Täter – doch gesprochen wurde darüber oft nicht. Warum dieses Schweigen? Und was hat es mit den nachfolgenden Generationen gemacht?

Der Journalist Stephan Lebert und der Psychologe Louis Lewitan nähern sich diesen Fragen in „Der Blinde Fleck“ aus historischer wie psychologischer Perspektive. Sie zeigen, wie Verdrängung und Beschönigung familiäre Identitäten geprägt haben – und wie unausgesprochene Schuld, Scham oder Loyalität bis heute nachwirken können.

Zugleich geht es um die Möglichkeit der Aufarbeitung: Wie lassen sich Gespräche beginnen, was bedeutet Verantwortung über Generationen hinweg, und wie kann Versäumtes nachgeholt werden? Das Buch verbindet persönliche Geschichten mit analytischer Tiefe und liefert eindringliche, kluge Antworten auf ein Thema, das noch immer sensibel ist.

Ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur – und zur Selbstverständigung in der Gegenwart.

Heyne, 304 Seiten, 24 €, HÖRZU-Urteil: großartig. «


Quelle: HÖRZU vom 9. Mai 2025 / textuell aufbereitet mit Hilfe von ChatGPT

Weitere Artikel zum Thema Bücher, die Sie auch interessieren könnten...

Radelzeit in Deutschland – Entspannt unterwegs auf zwei Rädern

Leben im Dauer-Stream

Starker Rücken, starkes Leben

Warnsignal aus Amerika

Streitgespräch über unsere Zukunft