Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 13:27 Uhr:
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Auto und Verkehr: Aber sicher! - Elterntaxi
» Das sogenannte „Elterntaxi“ – also das tägliche Bringen von Kindern mit dem Auto direkt bis vor das Schultor – erscheint vielen Eltern als sichere und bequeme Lösung. Tatsächlich bringt dieses Verhalten jedoch mehrere Nachteile mit sich, die sowohl die Entwicklung der Kinder als auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.
Ein zentraler Aspekt ist die fehlende Förderung der Selbstständigkeit. Kinder, die regelmäßig mit dem Auto gefahren werden, sammeln kaum eigene Erfahrungen im Straßenverkehr. Dabei ist der Schulweg eine wichtige Lernumgebung: Hier entwickeln Kinder ein Gefühl für Verkehrsregeln, lernen Gefahren einzuschätzen und gewinnen Orientierung im Umfeld. Fachleute betonen, dass Kinder solche Kompetenzen nur erwerben, wenn sie sich eigenständig im Verkehr bewegen.
Gleichzeitig führt das vermehrte Bringen mit dem Auto zu einer paradoxen Situation: Gerade die vermeintlich sichere Lösung erzeugt zusätzliche Gefahren. Vor vielen Schulen kommt es morgens zu einem regelrechten Verkehrschaos. Zahlreiche Autos, Halte- und Wendemanöver sowie unübersichtliche Situationen erschweren die Übersicht und erhöhen das Unfallrisiko. Besonders gefährdet sind dabei die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, da sie zwischen parkenden Fahrzeugen schlechter gesehen werden.
Auch Studien und Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass die hohe Verkehrsdichte rund um Schulen die Sicherheit insgesamt vermindert. Je mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, desto unübersichtlicher und gefährlicher wird der Bereich vor der Schule für alle Beteiligten.
Neben den unmittelbaren Sicherheitsrisiken stehen auch langfristige Auswirkungen im Fokus. Kinder, die ihren Schulweg selbstständig zurücklegen, entwickeln wichtige Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Entscheidungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Werden sie hingegen dauerhaft gefahren, fehlen diese Lernmöglichkeiten im Alltag.
Das „Elterntaxi“ ist daher nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern ein Thema der Verkehrssicherheit und kindlichen Entwicklung. Ein bewusster Umgang mit dem Schulweg – etwa durch gemeinsames Üben oder das Zurücklegen der letzten Strecke zu Fuß – kann dazu beitragen, Kinder sicherer und selbstständiger im Straßenverkehr zu machen. «
Quelle: acv PROFIL - Ausgabe 02-25 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot