Veröffentlicht am: 09.06.2026 um 23:13 Uhr:

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Köln: Flickenteppich vor dem Dom: Baustellen prägen Kölns bekanntesten Platz

Absperrungen, Bauzäune und Umleitungen: Die Domplatte wird zunehmend zur Baustelle. Grund sind wichtige Untersuchungen an der Tiefgarage unter dem Dom – mit spürbaren Folgen für Besucher und Stadtbild.

» Wer derzeit den Kölner Dom besucht, braucht vor allem eines: Geduld – und vielleicht etwas Kreativität beim Fotografieren. Direkt vor dem Haupteingang der Kathedrale haben Bauarbeiter in den vergangenen Tagen mehrere Baustellen eingerichtet. Bauzäune und rot-weiße Absperrungen prägen aktuell das Bild auf der Domplatte und sorgen für einen ungewöhnlichen Anblick an einem der bekanntesten Orte Deutschlands.

Insgesamt wurden vier abgesperrte Flächen eingerichtet, jeweils etwa sieben mal sieben Meter groß. Diese dienen sogenannten Schürfarbeiten. Dabei untersuchen Fachleute die Abdichtung der darunterliegenden Tiefgaragendecke, um den Zustand der Konstruktion genauer zu bewerten. Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Stadt voraussichtlich bis zum 2. Juni andauern.

Konkrete Bauarbeiten innerhalb der Absperrungen sind für Besucher derzeit noch kaum sichtbar. Doch die Einschränkungen selbst sind deutlich spürbar: Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen, Wege verlaufen teilweise im Zickzack – und das klassische Foto vor dem Dom gelingt derzeit oft nur mit Baustellenkulisse im Hintergrund.

Mehrere Baustellen gleichzeitig

Dabei sind die neuen Absperrungen längst nicht die einzige Baustelle rund um den Dom. Bereits seit Anfang 2026 ist die Nordseite der Domplatte in Richtung Trankgasse Großbaustelle. Dort wird der Domsockel umfassend umgestaltet – ein Projekt, das Teil eines größeren städtebaulichen Konzepts zur Aufwertung der Domumgebung ist und voraussichtlich über einen längeren Zeitraum hinweg andauern wird.

Ziel der Arbeiten ist es unter anderem, mehr Platz für Fußgänger zu schaffen und die Wegeführung rund um das UNESCO-Welterbe zu verbessern. Dafür werden Treppenanlagen zurückgebaut, die Fläche erweitert und neue Gestaltungselemente integriert.

In der Praxis bedeutet das: Bauzäune, Container und temporäre Wegeführungen gehören aktuell zum Alltag auf der Domplatte. Besucher müssen sich auf Einschränkungen einstellen, auch wenn der Dom selbst weiterhin zugänglich bleibt.

Die Ursache liegt unter der Oberfläche

Der Grund für die neuen, kleineren Baustellenflächen liegt jedoch buchstäblich unter der Oberfläche. Die Tiefgarage unter der Domplatte, die bereits Anfang der 1970er Jahre eröffnet wurde, weist erhebliche bauliche Mängel auf. Untersuchungen haben gezeigt, dass insbesondere der Beton an verschiedenen Stellen beschädigt ist und weitere Prüfungen notwendig sind.

Solche Schäden entstehen unter anderem durch langfristige Belastungen – etwa durch Feuchtigkeit und eingedrungene Stoffe wie Tausalz, die die Bausubstanz angreifen können. Die Folge: Die Stabilität einzelner Bauteile muss genau überprüft werden, bevor umfassende Sanierungsmaßnahmen geplant werden können.

Die aktuellen Schürfarbeiten sind daher ein wichtiger Zwischenschritt. Sie sollen klären, wie stark die Abdichtung der Tiefgaragendecke beschädigt ist und welche Maßnahmen erforderlich sind. Erst auf dieser Grundlage kann entschieden werden, wie umfangreich die künftige Sanierung ausfallen wird.

Langfristige Baustelle mit ungewissem Ende

Schon jetzt ist absehbar, dass die Arbeiten rund um die Tiefgarage kein kurzfristiges Projekt sind. Erste Sanierungen laufen bereits, weitere Untersuchungen haben zusätzliche Mängel sichtbar gemacht. Die Stadt muss daher schrittweise vorgehen, um die Sicherheit und Stabilität der Anlage zu gewährleisten.

Bis Herbst 2026 sollen erste Maßnahmen abgeschlossen sein. Wie umfangreich die anschließende Generalsanierung ausfallen wird und wann sie beginnt, ist derzeit jedoch noch offen. Klar ist jedoch: Die Domplatte wird die Bauarbeiten noch länger begleiten.

Belastung für Besucher – notwendige Investition für die Stadt

Für Touristen und Kölnerinnen und Kölner bedeuten die Baustellen vor allem Einschränkungen im Alltag. Wege verlängern sich, gewohnte Perspektiven verschwinden und der sonst so weitläufige Platz wirkt stellenweise fragmentiert – ein echter „Flickenteppich“.

Gleichzeitig handelt es sich um notwendige Investitionen. Die Sanierung der Tiefgarage und die Umgestaltung der Domumgebung sind Voraussetzungen dafür, den Bereich langfristig sicher und attraktiver zu gestalten.

Bis dahin gilt jedoch: Wer den Dom besucht, sollte Zeit einplanen – und vielleicht ein Auge für ungewöhnliche Fotomotive mitbringen. «


Quelle: Marcel Schwamborn in EXPRESS - Die Woche vom 22./23. Mai 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot

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