Veröffentlicht am: 14.06.2026 um 08:19 Uhr:

ca. 2 Minute(n) Lesezeit

Bücher: Ein Leben in Facetten: Axel Prahl als inspirierende Collage

Knut Elstermann zeichnet in „Was man liebt, braucht Zeit“ das vielschichtige Porträt eines außergewöhnlichen Schauspielers. Die Mischung aus Interviews, Erinnerungen und Fotografien macht das Buch zu einer persönlichen Annäherung – nahbar, lebendig und überraschend.

» Der Filmjournalist Knut Elstermann wählt für sein Porträt über Axel Prahl bewusst keine klassische biografische Form. Stattdessen entsteht eine „Collage“, die sich aus persönlichen Texten, Beobachtungen und Gesprächen zusammensetzt – mit Weggefährten, Freunden und natürlich mit Prahl selbst. Dieses Format erlaubt einen vielschichtigen Blick auf einen der populärsten deutschen Schauspieler und vermittelt zugleich ein Gefühl von Nähe und Authentizität.

Zu Wort kommen unter anderem Prahls Mutter, Kollegin Katharina Thalbach und „Tatort“-Partner Jan Josef Liefers. Ihre Erinnerungen und Einschätzungen erweitern das Bild des Schauspielers um persönliche Facetten und zeigen ihn jenseits seiner bekannten Rollen. Axel Prahl erscheint dabei als Künstler mit großer Bandbreite: als Schauspieler, Musiker, Freund und Familienmensch – geprägt von Bodenständigkeit, Humor und Sensibilität.

Das Buch blickt auf seine Herkunft und Kindheit ebenso wie auf erste Schritte am Theater und große Erfolge vor Kamera und Publikum. Besonders seine Identifikationsrolle als Kommissar Frank Thiel im Münsteraner „Tatort“ wird eingeordnet, ohne den Blick auf andere künstlerische Seiten zu verstellen. Vielmehr entsteht das Bild eines vielseitigen Künstlers, dessen Persönlichkeit weit über bekannte Klischees hinausgeht.

Ein weiterer Reiz der Biografie liegt in der visuellen Gestaltung: Eine Auswahl teils unveröffentlichter Fotografien ergänzt die Texte und trägt zur collageartigen Gesamtwirkung bei. So entsteht ein Werk, das nicht nur informiert, sondern auch atmosphärisch erzählt und die Leserinnen und Leser unmittelbar in Prahls Lebenswelt eintauchen lässt.

„Was man liebt, braucht Zeit“ überzeugt vor allem durch seine liebevolle, respektvolle Erzählweise und die Vielfalt der Stimmen. Elstermann gelingt ein lebendiges, nahbares Porträt, das die Persönlichkeit Axel Prahls in all ihren Facetten sichtbar macht. Ein lesenswertes Buch für Film- und Kulturinteressierte – und für alle, die sich für die Menschen hinter bekannten Rollen interessieren.

Daten zum Buch:

  • Goldmann

  • 240 Seiten

  • 24 €

  • HÖRZU-Urteil: großartig
«


Quelle: HÖRZU vom 14. November 2025 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot

Weitere Artikel zum Thema Bücher, die Sie auch interessieren könnten...

Nie wieder keine Ahnung - Tim Schreder, Jennifer Sieglar

„Meine Formel für einen gesunden Schlaf“: Dietrich Grönemeyer über Ruhe, Regeneration und neue Wege

„Die Rückenrevolution“: Wie Orthopäde Musa Citak seinen eigenen Schmerz besiegte

Nemec & Wachtveitl: Das Münchner „Tatort“-Duo sagt Abschied

Ann-Katrin Berger: „Das Spiel meines Lebens“ – Eine bewegende Fußball-Biografie