Veröffentlicht am: 28.06.2026 um 07:12 Uhr:

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Köln: Hilfesystem gegen Gewalt an Frauen überlastet – Stadt fordert mehr Unterstützung

Die Stadt Köln hat eine umfassende Bestandsaufnahme zum Schutz von Frauen vor Gewalt vorgestellt. Das Ergebnis: Trotz großer Expertise ist das Hilfesystem stark ausgelastet – viele Betroffene können nicht ausreichend versorgt werden.

» Die Stadt Köln hat einen neuen Bericht zur Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention veröffentlicht und wirft damit einen detaillierten Blick auf die Situation von Schutz- und Hilfsangeboten für Frauen. Die Bestandsaufnahme zeigt deutlich: Das bestehende Hilfesystem arbeitet vielerorts an seiner Kapazitätsgrenze.

Gewalt gegen Frauen bleibt drängendes Problem

Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt stellen auch in Köln eine erhebliche gesellschaftliche Herausforderung dar. Ziel der Untersuchung war es, die vorhandenen Hilfsangebote sichtbarer zu machen, Versorgungslücken zu identifizieren und die Datenlage zu verbessern.

Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in:

  • Zielgruppen und Zugangshürden

  • Strukturen und Rahmenbedingungen der Hilfsangebote

  • Zusätzliche Bedarfe im Bereich Schutz und Prävention

Hilfesystem stark von zivilgesellschaftlichem Engagement getragen

Ein Großteil der Beratungs- und Unterstützungsangebote in Köln wird von zivilgesellschaftlichen Organisationen bereitgestellt. Diese finanzieren sich überwiegend durch:

  • Eigenmittel und Spenden

  • Projektförderungen durch Stadt und Land

Da es sich bei vielen Leistungen nicht um gesetzlich verpflichtende Aufgaben handelt, erfolgt die öffentliche Finanzierung häufig über befristete Förderprogramme und freiwillige Zuschüsse – ein Umstand, der langfristige Planung erschwert.

Kapazitätsgrenzen erreicht – viele Anfragen bleiben unbeantwortet

Die Studie zeigt, dass die vorhandenen Angebote vielerorts überlastet sind. Besonders im Bereich Schutz und Unterstützung müssen laut Bericht rund 30 Prozent der Einrichtungen regelmäßig Hilfesuchende abweisen oder weitervermitteln.

Julia Pedersen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Köln, betont die Dringlichkeit:
„Das Hilfesystem ist völlig überlastet, und der Bedarf an Schutz und Hilfen für die Kölner*innen kann aktuell nicht vollständig gedeckt werden.“

Forderung nach verlässlicher Finanzierung und Ausbau

Aus der Bestandsaufnahme leitet die Stadt konkrete Handlungsempfehlungen ab, um den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu verbessern. Zentrale Punkte sind:

  • Langfristige und verlässliche Finanzierung der Angebote

  • Ausbau von Schutzstrukturen, insbesondere Beratungsstellen und Schutzunterkünfte

  • Bessere Unterstützung vulnerabler Gruppen

  • Stärkung von Prävention und Täterarbeit, um Gewalt frühzeitig zu verhindern

Pedersen unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger Strukturen:
„Köln braucht eine verlässliche, langfristige Finanzierung, um Kontinuität zu gewährleisten, Fachkräfte zu binden und die Angebotslandschaft gemäß der Istanbul-Konvention auszubauen.“

Istanbul-Konvention als verbindlicher Rahmen

Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland, auf allen politischen Ebenen Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt umzusetzen, Betroffene zu unterstützen und Täter*innen zur Verantwortung zu ziehen.

In Köln wurde bereits 2024 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die im Amt für Gleichstellung angesiedelt ist. Sie koordiniert die Umsetzung der Konvention, stärkt die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Hilfsorganisationen und entwickelt das Schutzsystem weiter.

Ziel: nachhaltiger Schutz und bessere Prävention

Der Bericht macht deutlich: Köln verfügt über viel Fachwissen und engagierte Akteur*innen – doch ohne zusätzliche Ressourcen wird es schwierig, den steigenden Bedarf zu decken.

Die Stadt sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um Schutzangebote auszubauen, Prävention zu stärken und langfristig sichere Strukturen zu schaffen.

Weitere Informationen und der vollständige Bericht sind über das Ratsinformationssystem der Stadt Köln sowie online zur Istanbul-Konvention verfügbar. «


Quelle: Pressemitteilung der Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Robert Baumanns - vom 26. Juni 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot

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