Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 09:19 Uhr:

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gamescom: Studie: Indie-Studios brauchen Unterstützung beim Geschäftsaufbau – nicht nur bei der Spieleentwicklung

Eine neue Branchenstudie des Playtesting-Dienstleisters Playful zeigt, dass unabhängige Spieleentwickler zwar weiterhin kreativ und optimistisch bleiben, ihre größten Herausforderungen jedoch zunehmend außerhalb der eigentlichen Spieleentwicklung liegen. Finanzierung, Vermarktung und unternehmerische Kompetenzen entwickeln sich zu entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Zukunft von Indie-Studios.

» Kommerzielle Stärke wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Die Entwicklung guter Spiele allein reicht für unabhängige Studios heute nicht mehr aus. Zu diesem Ergebnis kommt das erste Game Development Studio Insights Paper des neuseeländischen Unternehmens Playful. Die Studie erscheint im Vorfeld der Gamescom 2026 und basiert auf Gesprächen mit Hunderten von Studios sowie einer Umfrage unter unabhängigen Entwicklern aus Neuseeland, Australien, Nordamerika und Europa.

Die Untersuchung zeichnet das Bild einer Branche, die trotz zunehmender wirtschaftlicher Herausforderungen bemerkenswert optimistisch bleibt. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die größten Hürden vieler Studios von technischen Fragestellungen hin zu kommerziellen Anforderungen verlagern.

Finanzierung bleibt die größte Sorge

Mehr als 60 Prozent der befragten Studios nennen Finanzierung und Investitionen als ihre größte Herausforderung. Damit liegt das Thema vor anderen zentralen Problemen wie Sichtbarkeit im Markt, Geschäftsentwicklung oder der Zusammenarbeit mit Publishern.

Laut Playful-Gründer Jeremy Sweetman verfügen Indie-Studios längst über das nötige technische Know-how, um hochwertige Spiele zu entwickeln. Zunehmend rücke jedoch die Frage in den Mittelpunkt, ob die richtigen wirtschaftlichen Entscheidungen getroffen werden. Themen wie Finanzierung, Marketing, Auffindbarkeit von Spielen und Verhandlungen mit Publishern seien inzwischen ebenso wichtig wie Programmierung, Grafik oder Game Design.

Sechs Trends prägen die Zukunft unabhängiger Entwickler

Die Studie identifiziert sechs zentrale Entwicklungen, die die Zukunft unabhängiger Spieleentwicklung bestimmen:

  • Kommerzielle Fähigkeiten gewinnen gegenüber technischen Fähigkeiten an Bedeutung.

  • Finanzierung bleibt die größte Herausforderung der Branche.

  • Spieler-Validierung entwickelt sich zu einer strategischen Geschäftskompetenz.

  • Trotz steigenden Drucks bleibt die Branche optimistisch.

  • Das „typische“ Indie-Studio existiert nicht.

  • Bessere Erkenntnisse führen zu besseren Entscheidungen.

Spielerfeedback wird zum strategischen Werkzeug

Ein besonders deutliches Ergebnis der Untersuchung betrifft den Umgang mit Spielerfeedback. Immer mehr Studios nutzen Tests und Rückmeldungen nicht mehr ausschließlich zur Verbesserung des Gameplays. Stattdessen dienen diese Informationen dazu, Investitionen gezielter zu planen, Unsicherheiten zu reduzieren, Gespräche mit Publishern zu stärken und Förderanträge überzeugender zu gestalten.

Mehr als 40 Prozent der befragten Studios sind der Ansicht, dass sie häufiger Feedback von Spielern einholen sollten. Als größte Hindernisse nennen sie Zeitaufwand, Kosten, organisatorische Herausforderungen sowie die Auswertung der Ergebnisse.

Sweetman sieht darin einen grundlegenden Wandel: Spieler-Validierung werde zunehmend zu einem Instrument für fundiertere Geschäftsentscheidungen. Sowohl Investoren als auch Förderinstitutionen erwarteten immer häufiger belastbare Nachweise dafür, dass ein Projekt am Markt bestehen könne.

„The Invisible Player“ untersucht die Lücke zwischen Erwartung und Realität

Die Erkenntnisse rund um Spieler-Validierung bilden die Grundlage für Playfuls kommende Initiative „The Invisible Player“. Das Projekt beschäftigt sich mit der Differenz zwischen dem Verhalten, das Entwickler von Spielern erwarten, und dem tatsächlichen Verhalten der Zielgruppe.

Nach Ansicht des Unternehmens wird das Verständnis dieser Diskrepanz zu einer der wertvollsten Informationsquellen für unabhängige Studios. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten nicht nur bessere Spiele ermöglichen, sondern auch wirtschaftliche Entscheidungen während der gesamten Entwicklungsphase unterstützen.

Maßgeschneiderte Unterstützung statt Standardlösungen

Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Solo-Entwicklern, jungen Studios und etablierten unabhängigen Teams. Daraus leitet Playful die Empfehlung ab, Förderprogramme, Publisher-Angebote und Brancheninitiativen stärker an die jeweilige Unternehmensgröße, den Reifegrad und die wirtschaftlichen Ziele eines Studios anzupassen.

Pauschale Unterstützungsmodelle würden den unterschiedlichen Bedürfnissen der Entwickler oftmals nicht gerecht werden.

Optimismus trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen blickt die Mehrheit der Befragten positiv in die Zukunft. Mehr als die Hälfte der Studios erwartet für das kommende Jahr eine Verbesserung der Situation, obwohl viele die vergangenen zwölf Monate als Phase beschrieben, in der sie große Anstrengungen unternehmen mussten, um ihre Position überhaupt zu halten.

Für Sweetman liegt darin ein klares Signal: Die Kreativität innerhalb der Branche sei ungebrochen. Nun gehe es darum, stärkere Unternehmen rund um diese Kreativität aufzubauen. Bessere Finanzierungsmöglichkeiten, fundiertere Validierungsprozesse und ausgeprägtere kommerzielle Kompetenzen würden letztlich zu besseren Spielen führen.

Internationales Debüt auf der Gamescom

Die Veröffentlichung der Studie erfolgt unmittelbar vor der Gamescom 2026. Dort präsentiert sich Playful erstmals auf internationaler Bühne als Teil der neuseeländischen Branchen-Delegation, die von der Centre of Digital Excellence (CODE) sowie New Zealand Trade & Enterprise (NZTE) unterstützt wird.

Das vollständige Insights Paper stellt das Unternehmen auf Anfrage Journalisten, Publishern, Branchenorganisationen und Entwicklerstudios zur Verfügung. Zudem wird Jeremy Sweetman während der Gamescom für Interviews und Fachgespräche zur Verfügung stehen. «


Quelle: Pressemitteilung von Playful vom 6. August 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot

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