Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 06:39 Uhr:

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Gedanken: Landwirtschaft und offene Grenzen: Welche Folgen hätte ein Austritt aus EU und Schengen?

Die deutsche Landwirtschaft ist stärker mit Europa vernetzt, als vielen Menschen bewusst ist. Saisonarbeitskräfte aus anderen Ländern, grenzüberschreitende Lieferketten und der freie Handel im europäischen Binnenmarkt gehören heute zum Alltag vieler Betriebe. Ein Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union und dem Schengen-Raum würde diese Rahmenbedingungen grundlegend verändern – mit möglichen Folgen für Ernte, Handel, Preise und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft.

» Europa als Fundament der modernen Landwirtschaft

Landwirtschaft endet längst nicht mehr am Hoftor. Deutsche Betriebe verkaufen ihre Produkte in zahlreiche europäische Länder und beziehen gleichzeitig Futtermittel, Saatgut, Dünger, Maschinen und andere Vorleistungen über internationale Lieferketten. Der europäische Binnenmarkt sorgt dabei für einen weitgehend freien Warenverkehr.

Ein Austritt aus EU und Schengen würde bedeuten, dass viele dieser bestehenden Strukturen neu geregelt werden müssten. Welche Auswirkungen dies hätte, hängt von künftigen Abkommen ab. Dennoch rechnen Fachleute grundsätzlich mit mehr Bürokratie und höheren Handelskosten, wenn bisherige Freiheiten wegfallen.

Erntehelfer: Eine Schlüsselrolle auf Deutschlands Feldern

Besonders im Obst-, Gemüse- und Spargelanbau sind viele Betriebe auf Saisonarbeitskräfte angewiesen. Die europäische Landwirtschaft nutzt in erheblichem Umfang Arbeitskräfte aus anderen Ländern, wobei Deutschland zu den Staaten zählt, die besonders viele migrantische Saisonarbeiter beschäftigen.

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU ermöglicht es diesen Arbeitskräften, vergleichsweise unkompliziert nach Deutschland zu kommen und hier zu arbeiten. Ein Austritt aus EU und Schengen könnte dagegen zusätzliche Visa-, Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisverfahren erforderlich machen.

Für landwirtschaftliche Betriebe könnten daraus mehrere Herausforderungen entstehen:

  • längere Verwaltungsverfahren,

  • höhere Kosten für Personalplanung und Bürokratie,

  • Unsicherheit bei der Rekrutierung von Saisonkräften,

  • mögliche Engpässe in Erntezeiten.

Bereits die Reisebeschränkungen während der Corona-Pandemie zeigten, wie abhängig Teile der Landwirtschaft von mobilen Saisonarbeitskräften sind und welche Probleme entstehen können, wenn deren Anreise erschwert wird.

Importe: Höhere Hürden für wichtige Vorprodukte

Landwirte importieren nicht nur Produkte, sondern auch zahlreiche Betriebsmittel. Werden Zollkontrollen, Grenzformalitäten oder zusätzliche Dokumentationspflichten eingeführt, könnten Lieferungen langsamer und teurer werden.

Betroffen sein könnten unter anderem:

  • Futtermittel,

  • Saatgut,

  • Düngemittel,

  • Ersatzteile und Technik für Maschinen.

Steigende Beschaffungskosten würden viele Betriebe direkt treffen und könnten die Produktionskosten erhöhen. Dies könnte sich langfristig auch auf Verbraucherpreise auswirken.

Exporte: Neue Hürden auf wichtigen Märkten

Für viele landwirtschaftliche Betriebe und Lebensmittelunternehmen sind europäische Nachbarländer wichtige Absatzmärkte. Der Wegfall des freien Warenverkehrs könnte zu zusätzlichen Zoll- und Kontrollverfahren führen.

Besonders bei verderblichen Produkten wie Obst, Gemüse, Milch- oder Fleischwaren sind schnelle Transportwege entscheidend. Verzögerungen an Grenzen oder zusätzliche Handelshemmnisse könnten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter beeinträchtigen. Gleichzeitig könnten Unternehmen innerhalb der EU von ihren einfacheren Marktbedingungen profitieren.

Förderungen und Agrarpolitik

Viele landwirtschaftliche Betriebe profitieren heute von Programmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union. Nach einem Austritt müsste Deutschland eigene Regelungen entwickeln und finanzieren. Wie diese aussehen würden und ob bestehende Förderungen in vergleichbarer Höhe fortgeführt werden könnten, wäre eine politische Entscheidung.

Warum Wähler diese Frage bedenken sollten

Die Frage eines möglichen Austritts aus EU und Schengen betrifft nicht nur die Außen- oder Europapolitik. Sie hat unmittelbare Auswirkungen auf Wirtschaftszweige, Arbeitsplätze und die Versorgung mit Lebensmitteln. Die Landwirtschaft zeigt besonders deutlich, wie eng Deutschland in europäische Strukturen eingebunden ist.

Für Wählerinnen und Wähler kann es daher sinnvoll sein, die möglichen Folgen verschiedener europapolitischer Konzepte sorgfältig abzuwägen. Dabei geht es nicht nur um politische Grundsatzfragen, sondern auch um praktische Auswirkungen auf Betriebe, Beschäftigte, Lebensmittelpreise und die Wettbewerbsfähigkeit des ländlichen Raums.

Fazit

Ein Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union und dem Schengen-Raum könnte die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen. Besonders die Gewinnung von Erntehelfern sowie der Import und Export landwirtschaftlicher Produkte würden von neuen Grenz- und Handelsregelungen betroffen sein. Wie stark die Auswirkungen letztlich wären, hinge von den zukünftigen politischen Vereinbarungen ab. Klar ist jedoch: Für die Landwirtschaft gehören offene Märkte, grenzüberschreitende Mobilität und europäische Zusammenarbeit heute zu den zentralen Rahmenbedingungen. «


Quelle: FJL mit Hilfe von Copilot am 24. August 2026

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