Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 23:19 Uhr:

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Spam und Co.: Angebliche „Löwen-Sensation“: Warum diese Gesundheits-Mail deutliche Spam-Signale trägt

97 Prozent Erfolgsquote, ein Millionen-Deal bei Die Höhle der Löwen, prominente Fürsprecher und ein angeblich revolutionäres Potenzmittel: Die Werbemail für „TestoHim+“ fährt nahezu alles auf, was Aufmerksamkeit erzeugt. Eine Überprüfung zeigt jedoch zahlreiche Warnsignale. Besonders problematisch sind unbelegte Gesundheitsversprechen, eine auffällige Absenderadresse, künstlicher Zeitdruck und eine offenbar nicht nachvollziehbare Verbindung zur bekannten TV-Sendung.

» Eine spektakuläre Geschichte ohne belastbare Belege

Schon die Betreffzeile soll Vertrauen schaffen: „Klinische Studie: 97 Prozent der Männer geheilt“. Im Text folgen weitere außergewöhnliche Behauptungen. Zwei Chemikerinnen namens „Anna und Janina“ sollen mit „TestoHim+“ den größten Deal in der Geschichte von Die Höhle der Löwen abgeschlossen und dafür 2,5 Millionen Dollar erhalten haben. Dazu kommen Aussagen über eine „185-fach bessere Bioverfügbarkeit“ und eine Erfolgsquote von 97 Prozent.

Für diese vermeintliche Sensation liefert die Mail jedoch keine nachvollziehbaren wissenschaftlichen Quellen. Es fehlen etwa eine konkret bezeichnete Studie, eine Publikation, Angaben zum Studiendesign oder ein überprüfbarer Verweis auf die behaupteten Ergebnisse.

Auch die behauptete Verbindung zu Die Höhle der Löwen ist äußerst zweifelhaft. Eine aktuelle Übersicht der Produkte und Deals der Sendung führt andere Start-ups und Produkte auf. „TestoHim+“ lässt sich darin nicht finden. Die offizielle RTL-Seite nennt für die 20. Staffel zudem acht Investoren im „Löwen“-Rudel. Die Mail behauptet dagegen, „alle sechs Juroren“ hätten die Gründerinnen geschlossen überzeugt.

Diese Widersprüche beweisen isoliert betrachtet noch keine betrügerische Absicht. Zusammen mit den übrigen Auffälligkeiten sind sie jedoch ein erhebliches Warnzeichen.

Prominenter Name als Vertrauensanker

Besonders auffällig ist die Behauptung, Schauspieler Daniel Brühl gehöre zu den prominenten Anwendern des Produkts. Einen Beleg oder eine Quelle dafür enthält die Mail nicht.

Genau bei solchen Werbemethoden mahnt die Verbraucherzentrale zur Vorsicht. Sie warnt ausdrücklich davor, dass Nahrungsergänzungsmittel mit bekannten Persönlichkeiten beworben werden, ohne dass diese davon wissen. Dabei würden unter anderem gefälschte Artikel, Social-Media-Beiträge und KI-generierte Inhalte eingesetzt.

Die Nennung eines prominenten Namens sollte deshalb keinesfalls als Beleg für die Seriosität oder Wirksamkeit eines Produkts verstanden werden.

Absender und Links passen nicht zur angeblichen Geschichte

Ein weiteres starkes Warnsignal ist die technische Absenderadresse. Die vermeintliche „Vitalitäts-Depesche“ kommt laut vorliegender Mail von support@uploadboy.com. Weder der Produktname noch die angeblich beteiligte Fernsehsendung spiegeln sich in dieser Absenderdomain wider.

Ähnlich ungewöhnlich sind die Links. Sowohl das „Sonderangebot“ als auch die Abmeldung führen laut Mail nicht zu einer erkennbaren offiziellen Produkt-, Händler- oder Senderadresse, sondern auf HTML-Dateien unter storage.googleapis.com.

Das ist kein automatischer Betrugsbeweis. Für eine Mail, die mit einem angeblichen TV-Rekorddeal und weitreichenden medizinischen Erfolgen wirbt, ist die Kombination aus fremder Absenderdomain und wenig aussagekräftigen Zieladressen jedoch ein klares Warnsignal.

Medizinische Superlative sollen zum Kauf bewegen

Die Mail verspricht nicht lediglich mehr Wohlbefinden. Sie behauptet, Erektionsprobleme könnten beseitigt werden, spricht von „97 %“ wiedererlangter Erektionsfähigkeit und stellt eine Wirkung von bis zu zwei Stunden in Aussicht.

Gerade bei im Internet angebotenen Potenzmitteln ist besondere Vorsicht angebracht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass als „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ beworbene Potenzmittel aus dem Internet synthetische und teilweise illegale Substanzen enthalten können. Sie empfiehlt, ärztlichen beziehungsweise pharmazeutischen Rat einzuholen und bei Onlinebestellungen auf seriöse Versandapotheken zu setzen.

Dass etwas als „pflanzlich“ beworben wird, ist somit kein Beleg für Sicherheit oder medizinische Wirksamkeit.

Künstliche Verknappung erhöht den Druck

Hinzu kommt ein klassisches Werbemuster: Nach der vermeintlichen Erfolgsgeschichte heißt es, aufgrund des „enormen Ansturms“ sei ein „exklusives Sonderkontingent“ freigegeben worden. Die Bestände zum Einführungspreis seien „streng limitiert“.

Die Botschaft ist klar: Der Empfänger soll möglichst schnell klicken und möglichst wenig Zeit mit der Überprüfung der Angaben verbringen. Seriöse medizinische Informationen sollten jedoch gerade bei weitreichenden Gesundheitsversprechen überprüfbar sein und nicht von künstlichem Kaufdruck abhängig gemacht werden.

Das Gesamtbild spricht eine klare Sprache

Nicht ein einzelnes Merkmal macht diese Mail verdächtig. Es ist die Kombination:

  • außergewöhnliche Heilungs- und Wirksamkeitsversprechen ohne nachvollziehbare Studienquelle,

  • eine nicht plausibel zum beworbenen Angebot passende Absenderadresse,

  • Links auf generisch benannte HTML-Dateien,

  • die Verwendung eines prominenten Namens ohne Beleg,

  • eine fragwürdige Geschichte über einen Rekorddeal bei Die Höhle der Löwen,

  • Widersprüche zu öffentlich auffindbaren Informationen über die Sendung,

  • und erheblicher Zeit- und Kaufdruck.

Die Verbraucherzentrale beschreibt zudem ausdrücklich Fake-Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, bei der bekannte Persönlichkeiten und andere vertrauenswürdige Erscheinungsformen als Lockmittel eingesetzt werden.

Fazit: Die vorliegende Nachricht weist zahlreiche typische Merkmale von Spam und irreführender Gesundheitswerbung auf. Empfänger sollten die enthaltenen Links nicht anklicken, keine persönlichen oder Zahlungsdaten eingeben und die außergewöhnlichen medizinischen Behauptungen keinesfalls ungeprüft übernehmen. «


Quelle: FJL mit Hilfe von Copilot (KI) am 18. September 2026

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