Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:03 Uhr:
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MEDICA: Labormedizin im Wandel: KI, Robotik und Präzisionsdiagnostik verändern die Versorgung

» Die Labormedizin arbeitet häufig im Hintergrund, ihre Ergebnisse beeinflussen jedoch einen großen Teil medizinischer Entscheidungen. Sie liefert Grundlagen für Prävention und Diagnostik, unterstützt die Wahl einer Therapie und ermöglicht es, Krankheitsverläufe zu kontrollieren. In den kommenden Jahren dürfte sich dabei nicht nur die technische Ausstattung der Labore verändern. Auch die Art, wie und wo diagnostische Daten entstehen und genutzt werden, befindet sich im Wandel.
Diese Entwicklung steht im Mittelpunkt des MEDICA LABMED FORUMS während der MEDICA 2026 vom 16. bis 19. November in Düsseldorf. Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder vom Deutschen Herzzentrum München der Technischen Universität München diskutiert das Forum Themen wie Fachkräftemangel, Automatisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz, Präzisionsdiagnostik und resiliente Gesundheitssysteme.
Dabei knüpft die Veranstaltung zugleich an die Geschichte der MEDICA an: Die Messe startete 1969 als „Diagnostikwoche“. Labormedizin gehört damit zu ihren historischen Wurzeln.
Automatisierung als Antwort auf den Personalmangel
Zu den drängenden Herausforderungen zählt der Fachkräftemangel. Zum Auftakt des Forums am 16. November geht es deshalb um die Frage, wie sich Nachwuchs gewinnen und vorhandenes Personal durch Automatisierung entlasten lässt.
Technik soll dabei nicht Fachkräfte ersetzen, sondern vor allem Routineaufgaben übernehmen und Freiräume für anspruchsvollere Tätigkeiten schaffen. Das betrifft neben Analysen im Labor auch die Logistik. Angesichts zunehmend zentralisierter Strukturen müssen Proben teilweise über größere Entfernungen transportiert werden. Drohnen und autonome Roboter werden deshalb als mögliche neue Transportmittel diskutiert.
KI und Robotik verändern den Laboralltag
Am zweiten Messetag richtet sich der Blick auf das Labor 4.0. Automatisierte Systeme könnten insbesondere in Nacht- und Wochenenddiensten Routinearbeiten übernehmen. Künstliche Intelligenz eröffnet zugleich Möglichkeiten, komplexe Befundkonstellationen auszuwerten und medizinische Entscheidungen auf eine breitere Datenbasis zu stellen.
Die Entwicklung geht jedoch über die Automatisierung bestehender Labore hinaus. Dezentrale Diagnostik und Lab-on-a-Chip-Systeme könnten Untersuchungen künftig näher an den Ort der Behandlung bringen. Diagnostische Informationen sollen dadurch schneller dort verfügbar werden, wo sie benötigt werden.
Parallel entwickeln sich Genomik und Epigenomik weiter. Ein Beispiel liefert ein von Prof. Martin Widschwendter von der Universität Innsbruck vorgestelltes Krebsfrüherkennungsprogramm, das epigenetische Veränderungen zellfreier DNA im Blutplasma untersucht.
Liquid Biopsy soll individuellere Entscheidungen ermöglichen
Wie eng moderne Labordiagnostik mit personalisierter Medizin verbunden ist, zeigt der Schwerpunkt Präzisionsdiagnostik am 18. November. Im Mittelpunkt stehen neue Biomarker-Technologien und insbesondere sogenannte Liquid Biopsies.
Dabei lassen sich molekulare Veränderungen anhand zellfreier Tumor-DNA im Blutplasma erfassen. Solche Verfahren können dazu beitragen, Veränderungen eines Krankheitsverlaufs früher zu erkennen und Therapieentscheidungen bei Krebserkrankungen genauer auf einzelne Patientinnen und Patienten abzustimmen.
Die technische Entwicklung erhöht zugleich den Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften. Das Forum widmet sich deshalb auch Karrierewegen in Klinik, Forschung, Qualitätssicherung, Selbstständigkeit und Diagnostikaindustrie.
Diagnostik als Baustein resilienter Gesundheitssysteme
Zum Abschluss am 19. November rückt die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in den Fokus. Moderne Diagnostik soll nicht allein Erkrankungen präziser erkennen. Automatisierung, digitale Vernetzung, dezentrale Untersuchungsmöglichkeiten und effizientere Prozesse könnten Versorgungssysteme auch dabei unterstützen, mit Fachkräftemangel und anderen Belastungen umzugehen.
Am Beispiel mRNA-basierter regenerativer Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll zudem gezeigt werden, wie Forschung, industrielle Entwicklung und Behandlung zusammenwirken können.
Damit führt das MEDICA LABMED FORUM zu einer der zentralen Fragen medizinischer Innovation: Nicht alles, was technisch möglich ist, verbessert automatisch die Versorgung. Entscheidend ist, ob neue Verfahren sinnvoll in bestehende Prozesse integriert werden, Fachkräfte tatsächlich unterstützen und bei Patientinnen und Patienten einen messbaren Nutzen entfalten.
Das MEDICA LABMED FORUM 2026 findet vom 16. bis 19. November im Rahmen der MEDICA in Halle 1 statt und ist mit dem regulären Messeticket zugänglich. «
Quelle: Pressemitteilung der Messe Düsseldorf GmbH vom 23. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)