Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 13:44 Uhr:
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Wissen: Was gefährdete die Paradiesinsel Lord Howe Island?
» Am Rande der Tasmansee, rund 600 Kilometer vor der Küste Australiens, liegt ein sichelförmiges Juwel, das oft als eine der schönsten Pazifikinseln beschrieben wird: Lord Howe Island. Mit üppigen Nadelwäldern, den markanten Gipfeln des Mount Gower und dem südlichsten Korallenriff der Welt wirkt dieser Ort wie aus der Zeit gefallen. Doch gerade die isolierte Lage, die der Insel eine außergewöhnliche Evolution und eine Fülle endemischer Arten bescherte, wurde ihr fast zum Verhängnis. Größte Bedrohung für das UNESCO-Weltnaturerbe war kein unmittelbarer klimatischer Wandel, sondern eine von Menschen ausgelöste biologische Katastrophe.
Die Krise begann schleichend mit den ersten Besuchern und verschärfte sich 1918, als das Dampfschiff "SS Makambo" auf Grund lief. Mit den Ladungen gelangten Hausratten auf die Insel, die auf eine weitgehend wehrlose Tierwelt trafen. Innerhalb weniger Jahrzehnte lösten die Nagetiere ein massives Artensterben aus: Fünf Vogelarten, zahlreiche Wirbellose und Teile der einzigartigen Flora wurden dezimiert oder ganz ausgelöscht. Die Ratten fraßen die Eier bodenbrütender Arten und die Samen seltener Kentia-Palmen und brachten das ökologische Gleichgewicht aus dem Takt. Erst eine beispiellose, jahrelange Ausrottungskampagne, die 2019 ihren Höhepunkt erreichte, befreite die Insel von der Plage. Heute kehrt das Leben zurück - doch die Geschichte von Lord Howe Island bleibt eine Mahnung dafür, wie sehr eingeschleppte Arten isolierte Ökosysteme bedrohen können. «
Quelle: Svenja Runciman in der HÖRZU vom 29. Mai 2026