Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 07:00 Uhr:
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Meldungen: Vorwürfe gegen Alaska-Gasprojekt: Bericht spricht von verdeckter russischer Finanzierung
» Das ambitionierte Flüssiggasprojekt Polar Train LNG in Alaska steht im Mittelpunkt einer wachsenden Kontroverse. Nach einem Bericht der Financial Times sollen nahezu alle Mitglieder des Führungsteams das Unternehmen verlassen haben, nachdem Vorwürfe über eine verdeckte Finanzierung und Einflussnahme durch den russischen Gaskonzern Novatek bekannt geworden waren.
Das rund 25 Milliarden US-Dollar schwere Vorhaben sieht den Aufbau eines Exportterminals für Flüssigerdgas im Norden Alaskas vor. Dabei sollte teilweise auf Infrastruktur und Technologie zurückgegriffen werden, die ursprünglich für Projekte von Novatek entwickelt worden waren.
Besondere Brisanz erhält der Fall durch die Aussagen des ehemaligen Unternehmenschefs Joel Riddle. Er erklärte, seinen Posten im September aufgegeben zu haben, nachdem er den Eindruck gewonnen habe, dass Novatek das Projekt finanziere und maßgeblich über dessen strategische Ausrichtung bestimme. Nach seinem Ausscheiden verließen auch Finanzchef Dan Chandra sowie weitere Führungskräfte das Unternehmen.
Nach Angaben von Riddle war er zunächst davon ausgegangen, dass die Finanzierung durch den Investor Gentry Beach sowie das in Abu Dhabi ansässige Unternehmen Tech Wave erfolge. Später habe sich jedoch herausgestellt, dass Beach weder als Investor noch als Anteilseigner oder Manager an dem Projekt beteiligt gewesen sei.
Zusätzliche Fragen werfen laut dem Bericht interne Nachrichten auf, die von der Financial Times eingesehen wurden. Darin soll Denis Solovyov, Mitglied des Verwaltungsrats von Novatek, über die Finanzierung des Projekts gesprochen und auf eine beschleunigte Überweisung von Geldern an Polar Train LNG gedrängt haben.
Das Unternehmen Polar LNG weist die Vorwürfe zurück. Die Gesellschaft erklärte, Joel Riddle sei entlassen worden und bezeichnete ihn als unzufriedenen ehemaligen Mitarbeiter. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass sämtliche Aktivitäten im Einklang mit amerikanischem Recht stünden.
Auch Novatek äußerte sich zu den Vorwürfen. Demnach habe man Tech Wave lediglich die Nutzung eigener Technologien für das Alaska-Projekt gestattet. Zudem sei im April eine Absichtserklärung mit Polar Train LNG unterzeichnet worden, als Joel Riddle noch die Geschäfte geführt habe.
Für zusätzliche politische Aufmerksamkeit sorgt ein weiterer Aspekt des Berichts. Mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen erklärten demnach, dass das Projekt bei Verhandlungen zwischen Washington und Moskau über mögliche wirtschaftliche Kooperationen eine Rolle gespielt habe. Diskutiert worden sei offenbar ein Szenario, bei dem Novatek technisches Know-how für das Alaska-Terminal bereitstellt und im Gegenzug Sanktionen gegen das russische Projekt Arctic LNG 2 gelockert oder aufgehoben werden könnten.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte der Fall weitreichende Folgen haben. Neben möglichen Untersuchungen wegen Verstößen gegen US-Sanktionsvorschriften würde auch die Frage nach dem Einfluss russischer Energiekonzerne auf strategisch wichtige Infrastrukturprojekte in den Vereinigten Staaten erneut in den Mittelpunkt rücken. Für Polar Train LNG steht damit weit mehr auf dem Spiel als nur die Zukunft eines einzelnen Energieprojekts. «
Quelle: Artikel von Artur Kryzhnyi auf Ukrainska Pravda vom 24. Oktober 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)