Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 17:06 Uhr:
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Köln: Kunst an Kölner Litfaßsäulen: Shaja Aenehsazy rückt Care-Arbeit und Mobilität in den Fokus

» Wer Kinder zur Schule bringt, Angehörige pflegt oder den Alltag einer Familie organisiert, ist ständig unterwegs. Doch die Wege von Menschen, die Sorgearbeit leisten, unterscheiden sich oft deutlich von klassischen Pendelstrecken zwischen Wohn- und Arbeitsort. Genau diesen Zusammenhang thematisiert die Künstlerin Shaja Aenehsazy mit ihrer Arbeit „Care for Me, Mobility!“, die derzeit auf den Kölner Kunst-Litfaßsäulen zu sehen ist.
Seit dem Frühjahr 2025 beschäftigt sich Aenehsazy intensiv mit urbanen Strukturen und Fragen einer geschlechtergerechten Mobilität. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen ist die Beobachtung, dass Care-Arbeit nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen wird. Diese Personengruppe legt ihre Wege statistisch häufiger zu Fuß zurück, da Ziele wie Schulen, Kindertagesstätten oder Pflegeeinrichtungen oftmals nicht entlang klassischer Verkehrsachsen liegen.
Mit ihrem Werk macht die Künstlerin sichtbar, wie eng Mobilität und gesellschaftliche Fürsorge miteinander verknüpft sind. Gleichzeitig regt sie dazu an, bestehende Verkehrs- und Stadtstrukturen kritisch zu hinterfragen. Wie können Städte gestaltet werden, damit Menschen mit Sorgeverantwortung besser unterstützt werden? Welche Wege und Bedürfnisse werden in der Verkehrsplanung bislang übersehen?
Kunst trifft Mobilitätsforschung
Gestalterisch setzt Aenehsazy auf die Form eines detailreichen Wimmelbildes. Die skizzenhafte Darstellung lädt dazu ein, verschiedene Szenen, Personen und Situationen zu entdecken und deren Zusammenhänge zu erkunden. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild des städtischen Alltags, in dem Mobilität weit mehr bedeutet als das bloße Zurücklegen von Wegen.
Die Künstlerin verbindet dabei ihre Erfahrungen aus Kunst und Wissenschaft. Die in Freiburg im Breisgau geborene deutsch-iranische Illustratorin lebt und arbeitet in Bochum und Köln. Nach einem Studium der Medienwissenschaft ist sie seit 2020 als freiberufliche Illustratorin tätig. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich regelmäßig mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen und emotionalen Erfahrungen des Alltags.
Mit „Care for Me, Mobility!“ lenkt sie den Blick auf einen Bereich, der für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar ist, zugleich jedoch häufig im Hintergrund bleibt. Ihre Arbeit versteht sich als Einladung, die eigene Sorgearbeit bewusster wahrzunehmen und über gerechtere Mobilitätsangebote nachzudenken.
Das Motiv ist bis zum 18. Dezember 2026 auf den 27 Kunstsäulen im gesamten Kölner Stadtgebiet zu sehen und setzt die Reihe „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ fort, die zeitgenössische Kunst mitten in den öffentlichen Raum bringt. «
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Sabine Wotzlaw vom 2. November 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)