Veröffentlicht am: 07.10.2018 um 16:00 Uhr:

Wissen: Stimmt es oder stimmt es nicht? - Ein Bild muss 300 dpi haben, damit man es in guter Qualität drucken kann.

Das fotoMAGAZIN ist in seiner Ausgabe 6/2015 der Frage nachgegangen, was wir glabuen zu wissen - was aber nicht unbedingt stimmt...

In diesem Fall geht es um die Auflösung von Bildern, die gedruckt werden sollen. - Lesen Sie selbst, ob es stimmt dass ein Bild 300 dpi haben muss, damit es in guter Qualtität ausgedruckt werden kann...

» dpi steht für dots per inch (deutsch: Punkte pro Zoll) und beschreibt die Auflösung im Druck - mit der Aufnahmequalität einer Digitalkamera hat das nichts zu tun.

Aber von vorne: Im Zeitschriften-Druck wird üblicherweise eine Auflösung von 300 dpi gefordert, es werden also auf einem Zoll (2,54 cm) 300 Punkte gedruckt. Bei dieser Punktdichte sind bei dem beim Lesen üblichen Betrachtungsabstand (rund 30 cm) auch bei schrägen Kanten kein Übergänge mehr erkennbar. Eine höhere dpi-Zahl würde keine sichtbaren Vorteile bringen (bestenfalls aus wenigen Zentimetern Abstand oder durch eine Lupe betrachtet.

Beim Posterdruck gelten dagegen andere Regeln. Der Betrachtungsabstand ist hier in der Regel deutlich größer, was bedeutet, dass die Druckauflösung geringer sein kann. Druckdienstleister geben meist Werte zwischen 75 dpi (bei Motiven ohne feine Strukturen) und 200 dpi (bei Bildern mit Text) an. Bei riesigen Bilder (Plakat an der Häuserwand) kann die Druckauflösung auch noch geringer ausfallen, da der Abstand, bei dem der Betrachter das Bild komplett erfassen kann, mit dessen Größe abnimmt.

Die mit der Druckauflösung korrespondierende Einheit bei Digitalkameras heißt pixel per inch, also ppi, und sagt nichts über die Qualität der Bilddatei aus. Tatsächlich schreiben die Kamerahersteller unterschiedliche ppi-Zahlen in die EXIF-Metadaten der JPEG-Dateien. Bei Raw-Dateien können Sie im Raw-Konverten den ppi-Wert frei festlegen. Entscheidend dafür, wie groß eine Datei mit guter Qualität gedruckt werden kann, ist also nicht der ppi-Wert, der in der Bilddatei steht, sondern die Pixelzahl.

Im Zeitschriftendruck mit 300 dpi sollte die Pixelzahl für eine halbe DIN-A4-Seite gut 4, für eine ganze DIN-A4-Seite gut 8 und für eine Doppelseite (A3) rund 17 Megapixel betragen - egal ob in den Metadaten der Bilddatei 72 ppi oder 300 ppi steht. Aufgrund des größeren Betrachtungsabstandes und der geringeren Druckauflösung im Posterdruck reichen hier entsprechend niedrigere Pixelzahlen - 6 bis 8 Megapixel sind unabhängig von der Bildgröße ausreichend, solange sich der Betrachter dem Bild nicht zu stark nähert.

Die Bilddatei mit 300 ppi statt beispielsweise mit 72 ppi zu speichern, macht nur aus einem Grund Sinn. Sie erleichtern damit dem Layouter die Arbeit, weil er im Layout-Programm auf den ersten Blick sieht, wie groß sich ein Bild bei 300 dpi drucken lässt. «


Quelle: fotoMAGAZIN 6/2015

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