Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:48 Uhr:
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Wissen: Warum gibt es Streit um ein Teleskop auf Hawaii?
» Das "Thirty Meter Telescope" Projekt (TMT) auf dem Vulkan Maunakea war von Anfang an ein Kraftakt - und das nicht nur, weil sich Hollywood-Schwergewichte wie Dwayne "The Rock" Johnson, "Aquaman" Jason Momoa und Grammy-Preisträger Bruno Mars, allesamt mit hawaiianischen wurzeln, gegen das Bauvorhaben auf "Big Island" stemmten. Über 70.000 Menschen protestierten per Petition, jahrelang kam es zu Demonstrationen, Blockaden, Gerichtsverfahren. Grund: Das gigantische Teleskop mit 30-Meter-Spiegel und 492 Einzelsegmenten sollte ausgerechnet an einem "wahi kapu", einem heiligen Ort stehen.
Laut Legende spielt der mit 4205 Metern höchste Berg Hawaiis eine Schlüsselrolle in der Entstehungsgeschichte der Inselgruppe: Das Verlangen der verliebten Gottheiten Papahãnaumoku (Mutter Erde) und Wãkea (Himmelsvater) war so groß, dass sich die Erde aus den Wogen des Ozeans gen Himmel streckte. Der Maunakea, der "Weiße Berg", gilt als ihr Erstgeborener. Auf seinem Gipfel könne man mit den Toten sprechen, sagen die Polynesier.
Dass der Maunakea ein besonderer Ort ist, erkannte auch die Wissenschaft. Dort sind die Bedingungen für astronomische Forschung einmalig: Über den Wolken herrschen stabile Wetterverhältnisse, es gibt glasklare Luft und kaum Lichtverschmutzung. Mit dem riesigen Himmelsauge sollen beispielsweise ferne Galaxien, schwarze Löcher und Exoplaneten analysiert werden. Am Bau beteiligen sich deshalb Universitäten aus aller Welt. Die Kosten gehen laut aktuellen Schätzungen in die Milliarden.
Jahrelang wurde erbittert gestritten, dabei stehen auf dem Gipfel bereits diverse Observatorien, darunter Keck I, bis 2008 das weltweit größte Teleskop. Mittlerweile ist der Disput beigelegt, die Hollywoodstars sind abgezogen. Ab 2027 woll das Thirty Meter Telescope voraussichtlich fremde neue Welten erkunden. «
Quelle: Angela Zierow in der HÖRZU vom 21. Juni 2024