Veröffentlicht am: 07.07.2025 um 05:56 Uhr:
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Köln: Rat beschließt die Restitution eines Objektes aus dem MAKK
» Die Stadt Köln restituiert aus dem Besitz des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) einen Wandspiegelrahmen mit Hinterglasmalereien an die Erben Siegfried Lämmles. Das hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 3. Juli 2025, beschlossen. Die Forschungen im Rahmen des vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finanzierten Projektes im MAKK ergaben, dass das Objekt seit November 1934 im Eigentum des Münchener Kunsthändlers Siegfried Lämmles stand. Als Jude gehörte dieser zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Im August 1935 wurde er, zusammen mit vielen anderen jüdischen Kunsthändlern Münchens, von der Reichskammer der bildenden Künste aufgefordert, seine Kunsthandlung aufzulösen. Im Herbst 1936 begann er daraufhin gemeinsam mit seinem Sohn Walter, seine Bestände zu veräußern. Zum Juni 1937 meldete er sein Geschäft schließlich ab.
In diesem Zusammenhang lieferte er den Wandspiegelrahmen zur Auktion des Münchener Auktionshauses Weinmüller am 28./29. Juni 1938 ein. Dort erwarb der Kunsthändler Julius Böhler diesen im Nachverkauf und veräußerte ihn darauf, am 7. September 1938, an das Kölner Kunstgewerbemuseum (heute: Museum für Angewandte Kunst Köln).
Siegfried und seine Frau, Betty Lämmle, verließen München am 30. September 1938 und flohen in die USA. Dort eröffnete die Familie in Los Angeles eine Kunst- und Antiquitätenhandlung. Siegfried Lämmle verstarb 1953. Vor diesem historischen Hintergrund und im Zuge eines von allen Beteiligten mit Sachverstand, Respekt und Fairness getragenen Verfahrens, wurde seitens des Museums und der Stadt Köln das Restitutionsbegehren der Erbengemeinschaft als berechtigt anerkannt. «
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Sabine Wotzlaw - vom 4. Juli 2025