Veröffentlicht am: 12.07.2025 um 19:38 Uhr:

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Wissen: Was sind Sandmandalas?

Mit dem bunten Sand streuen buddhistische Nonnen und Mönche religiöse Symbole - und sogar einen "Palast"

» Die bunten Mandalas (Sanskript für Kreis oder Kreisbild) sind durch den Buddhismus und Hinduismus tief in der indischen Kultur verwurzelt. Den Sandmandalas wohnt dabei eine besondere spirituelle Bedeutung inne, denn sie symbolisieren Paläste, in denen wortwörtlich Götter wohnen. "Wir streuen das Mandala zwar zweidimensional, stellen es uns aber als real existierenden Palast vor, in den ein Buddha einzieht", sagt der indische Mönch Geshe Lobzang, der auch in Deutschland Sandmandalas streut. [...] In Handarbeit streuen Nonnen und Mönche mit langen Metalltrichtern bunten, gefärbten Sand auf eine Vorlage. "Zu viert braucht man fünf bis sieben Tage, je nach Größe des Mandalas. Das Schwierige ist, die Geduld zu behalten", so Lobzang. Den Trichter befüllen die Gläubigen mit Sand und reiben mit einem Stab an den Erhöhungen entlang, die längs am Trichter angebracht sind. Dadurch rieselt der Sand hinaus, und es entstehen die weichen Übergänge im Mandala. "es ist eine Art der Meditation, bei der wir uns mit unseren eigenen Gefühlen auseinandersetzen. Das Ziel ist, sich und alle fühlenden Wesen vom Leid und allen zerstörerischen Emotionen wie Hass oder Wut zu befreien", sagt Lobzang.

Dabei lernen die Gläubigen, sich nicht an vergänglichen Dingen festzuklammern, denn nach einigen Tagen mit Ritualen zerstört ein Meister die Mandalas in einer Zeremonie. Der Sand wurde dann vielfach gesegnet und wird, begleitet von weiteren Gebeten, in einen Fluss gegeben. So verteilt sich der Segen über das Wasser in der Welt und soll für etwas mehr Frieden sorgen sowie alle Wesen von Leid befreien, heißt es im Buddhismus. «


Quelle: Felicitas Bläsche in der HÖRZU vom 1. November 2024

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