Veröffentlicht am: 12.08.2025 um 19:57 Uhr:
ca. 3 Minute(n) Lesezeit
Köln: Autos und Fahrräder unter einem Dach
» In Weiden West startet die Kölner Verkehrsbetriebe-Linie 1, die eine umsteigefreie Verbindung ins Kölner Zentrum bietet und über die rechtsrheinischen Stadtteile bis nach Bensberg führt. Zudem verkehren dort die S-Bahnlinien S12 und S19 sowie mehrere Buslinien. Auch Fahrräder und E-Scooter können am Park-and-Ride- beziehungsweise Bike-and-Ride-Standort ausgeliehen werden.
Die Stadt Köln möchte an diesem wichtigen Knotenpunkt den Umstieg auf den ÖPNV für Auto- und Fahrradfahrer*innen attraktiver gestalten. Daher hat die Verwaltung eine entsprechende Beschlussvorlage in den Gremienlauf gegeben. Es soll erstmals eine kombinierte Lösung für Kfz- und Fahrradparken innerhalb einer sogenannten Parkpalette entstehen. Die Parkpalette entspricht der Funktion eines Parkhauses. Die Bauweise ist allerdings sehr viel einfacher. Sie besteht aus stapelbaren, standardisierten Bauteilen und kann bei Bedarf aufgestockt werden.
350 Parkplätze für Fahrräder
2021 hat der Rat der Stadt Köln die Kölner Verkehrsbetriebe beauftragt, eine Parkpalette an der Haltestelle Weiden-West zu planen und zu bauen, um die Kapazitäten der ausgelasteten Park-and-Ride-Anlage zu erweitern [...]. Ein Bike Tower daneben sollte 120 Fahrrädern Platz bieten. Platz, der laut einer aktuellen Bike-and-Ride-Erhebung aus dem Vorjahr dringend benötigt wird: Zum Untersuchungszeitpunkt waren alle verfügbaren Fahrradabstellplätze belegt. Darüber hinaus wurden mehr als 40 wild abgestellt Fahrräder vor Ort festgestellt.
Den Bike Tower hat die Stadt Köln jedoch aufgrund von zu erwartenden Kostensteigerungen und der Insolvenz des Anbieters verworfen. Die neue Idee: 66 geplante Kfz-Stellplätze in der Parkpalette werden umgewandelt in eine Fläche für rund 130 Fahrradboxen und mehr als 200 Fahrradabstellplätze. Die Stadt Köln integriert das Fahrradparken damit in die Parkpalette für den Kfz-Verkehr und plant für den Radverkehr eine eigene Zufahrt. Ein Bike Tower für Köln ist damit jedoch nicht ausgeschlossen, die Stadt Köln zieht dieses Konzept für andere Standorte weiterhin in Betracht.
Wie geht es weiter?
Für die Parkpalette liegt bereits eine Entwurfsplanung vor. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen soll ein Generalunternehmen die weiteren Planungen und den Bau im Auftrag der Kölner Verkehrsbetriebe übernehmen. Die Vergabe dazu erfolgte am 4. Juli 2025. Die Förderfähigkeit der um die Bike-and-Ride-Stellplätze ergänzten Parkpalette wurde mit dem Fördermittelgeber go.Rheinland abgestimmt. Stimmt die Politik der Beschlussvorlage zu, kann der bereits beauftragte Generalunternehmer den ergänzenden Auftrag für die Integration des Fahrradparkens übernehmen. Nach Einholung der Baugenehmigung für die Kfz- und Fahrrad-Parkpalette werden die detaillierte Ausführungsplanung und die Durchführung der Bauleistungen beauftragt.
Höhere Förderung senkt Kostenanteil bei Stadt Köln und Kölner Verkehrsbetriebe
Die Planer*innen schätzen aktuell, dass das Projekt 21,25 Millionen Euro kosten wird, das sind rund sieben Millionen Euro mehr als 2021 angenommen. Grund sind die allgemeine Kostensteigerung bei Planungsleistungen und beim Bau in den letzten Jahren sowie die Integration der Fahrradabstellanlage. Durch die Integration der Fahrradparkplätze in die Anlage können jedoch höhere Fördermittel abgerufen werden. Dadurch sinkt der Eigenanteil der Stadt Köln und der Kölner Verkehrsbetriebe auf 2,9 Millionen Euro, ursprünglich lag dieser bei 10,13 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten für die Eigentümerin Kölner Verkehrsbetriebe werden auf 205.000 Euro geschätzt.
[...] «
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Robert Baumanns/Jutta Doppke-Metz - vom 11. August 2025