Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 17:06 Uhr:

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Bundesregierung: Bund plant zehn Millionen Euro zusätzlich für Gedenkstätten

Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur sollen 2027 zusätzlich zehn Millionen Euro vom Bund erhalten. Das Geld ist jeweils zur Hälfte für neue Projekte und zur institutionellen Stärkung der bereits vom Bund geförderten Einrichtungen vorgesehen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will damit insbesondere auf steigende Kosten, neue Bedrohungen, den digitalen Wandel und zunehmende Desinformation reagieren.

» Der Bund will die Erinnerungsarbeit in Deutschland finanziell stärker unterstützen. Für Gedenkstätten, die sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und dem Unrecht der SED-Diktatur auseinandersetzen, sieht der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 zusätzlich zehn Millionen Euro vor. Die Mittel dienen der Umsetzung der im November 2025 beschlossenen Gedenkstättenkonzeption des Bundes.

Die zusätzlichen Gelder verteilen sich auf zwei Bereiche. Fünf Millionen Euro sind für Projektförderungen vorgesehen, weitere fünf Millionen Euro sollen in die institutionelle Stärkung der bereits vom Bund geförderten Gedenkstätten fließen. Zusammen mit bestehenden Mitteln würden damit insgesamt zehn Millionen Euro für Projekte zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und des SED-Unrechts bereitstehen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bezeichnete Gedenkstätten als „Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“. Gerade angesichts zunehmender Desinformation und Geschichtsverfälschung sowie des Verschwindens der Generation der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen seien starke Erinnerungsorte von besonderer Bedeutung.

Digitalisierung, Vermittlung und Erhalt historischer Orte

Mit den zusätzlichen Projektmitteln sollen unterschiedliche Bereiche der Gedenkstättenarbeit unterstützt werden. Dazu gehören der Erhalt historischer Orte, die Digitalisierung und die Vermittlung in der digitalen Lebenswelt sowie anwendungsbezogene Forschung. Nach Angaben der Bundesregierung können Gedenkstätten voraussichtlich ab September Förderanträge stellen.

Die zusätzlichen fünf Millionen Euro für die institutionelle Förderung sollen insbesondere gestiegene Personalausgaben und höhere Bewachungskosten auffangen. Hintergrund ist laut Bundesregierung auch eine verschärfte Bedrohungslage. Physische und digitale Angriffe auf Gedenkstätten hätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Von den zusätzlichen institutionellen Mitteln sollen unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mit 842.000 Euro, die Bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg mit 497.000 Euro, die Gedenkstätte Topographie des Terrors mit 447.000 Euro sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten mit 222.000 Euro profitieren.

Schutz der Erinnerungsorte rückt stärker in den Fokus

Neben dem Generationenwechsel und der Digitalisierung stellt insbesondere der Umgang mit Desinformation die Einrichtungen vor neue Herausforderungen. Hinzu kommen nach Darstellung der Bundesregierung wachsende Sicherheitsanforderungen aufgrund von Angriffen im digitalen und physischen Raum.

Wolfram Weimer wertete Angriffe auf Gedenkstätten zugleich als Angriffe auf die demokratische Erinnerungskultur. Deshalb solle die Förderung nicht allein die Bildungs- und Vermittlungsarbeit stärken. Sie soll die Einrichtungen auch dabei unterstützen, Beschäftigte und Besucher sowie die historischen Orte selbst besser zu schützen.

Mit der zusätzlichen Förderung verbindet der Bund damit klassische Erinnerungsarbeit mit neuen Aufgaben. Historische Schauplätze sollen bewahrt, Wissen über staatliches Unrecht vermittelt und zugleich neue digitale Formen der Auseinandersetzung mit Geschichte gestärkt werden.

Die zusätzlichen zehn Millionen Euro sind allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Die vorgesehenen Mittel sind Teil des Regierungsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027 und stehen damit unter dem Vorbehalt des weiteren Haushaltsaufstellungsverfahrens und insbesondere der parlamentarischen Beratungen. «


Quelle: Pressemitteilung BKM-73: „Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“ – Kulturstaatsminister Weimer stärkt Gedenkstätten mit zehn Millionen Euro zusätzlich, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, 10. August 2026 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

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