Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:02 Uhr:

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Berufsleben: Mitarbeitende zurück ins Büro holen? Warum weniger Homeoffice meist der falsche Weg ist

Viele Unternehmen stehen vor derselben Herausforderung: Während die mobile Arbeit fest etabliert ist, bleiben Büros an vielen Tagen deutlich leerer als früher. Die Versuchung ist groß, die Anzahl der mobilen Arbeitstage zu reduzieren. Doch wer Beschäftigte langfristig motivieren möchte, häufiger ins Büro zu kommen, sollte andere Hebel nutzen. Entscheidend ist die Frage: Welchen Mehrwert bietet das Büro gegenüber dem Homeoffice?

» Präsenz lässt sich nicht verordnen

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Viele Beschäftigte schätzen die Vorteile des mobilen Arbeitens: Wegfall langer Pendelzeiten, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie oftmals eine höhere Konzentration bei Einzelaufgaben.

Unternehmen, die versuchen, eine stärkere Anwesenheit allein durch strengere Vorgaben zu erzwingen, stoßen oft auf Widerstand. Zwar mag die Belegschaft dann wieder häufiger vor Ort erscheinen, die Motivation steigt dadurch jedoch selten. Im Gegenteil: Beschäftigte können solche Maßnahmen als Vertrauensverlust oder Rückschritt empfinden.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Wie bekomme ich meine Mitarbeitenden ins Büro?“, sondern vielmehr: „Warum sollten sie freiwillig kommen wollen?“

Mehrwert statt Anwesenheitspflicht

Mitarbeitende kommen dann gern ins Büro, wenn dort etwas stattfindet, das sie zuhause nicht bekommen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Persönlicher Austausch mit Kolleginnen und Kollegen

  • Kreative Workshops und Brainstormings

  • Teambesprechungen mit echtem Diskussionscharakter

  • Gemeinsame Mittagspausen

  • Informelle Gespräche auf den Fluren oder in Kaffeeküchen

  • Networking über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg

Wenn Beschäftigte hingegen ins Büro fahren, um dort acht Stunden lang dieselben Videokonferenzen zu führen wie zuhause, entsteht schnell Frustration. Die Anreise wird dann als unnötiger Aufwand wahrgenommen.

Der Company Day ist ein guter Ansatz

Ein verpflichtender Company Day, an dem alle Mitarbeitenden gleichzeitig vor Ort sind, kann ein wirksames Instrument sein. Voraussetzung ist jedoch, dass dieser Tag sinnvoll gestaltet wird.

Statt eines gewöhnlichen Arbeitstags sollte der Fokus auf Zusammenarbeit, Information und Gemeinschaft liegen. Denkbar sind beispielsweise:

  • Unternehmens-Updates durch die Geschäftsführung

  • Team-Workshops

  • Fachvorträge

  • Projektvorstellungen

  • Teambuilding-Aktivitäten

  • Gemeinsame Mittagessen oder After-Work-Veranstaltungen

Ein Company Day sollte sich besonders anfühlen und einen erkennbaren Nutzen für die Teilnehmenden bieten.

Büros attraktiver gestalten

Viele moderne Bürokonzepte setzen heute bewusst auf Aufenthaltsqualität. Dabei geht es nicht um Tischkicker oder Gratisobst allein, sondern um eine Umgebung, in der Menschen gerne arbeiten.

Wichtige Faktoren sind:

  • Moderne und ergonomische Arbeitsplätze

  • Ruhezonen für konzentriertes Arbeiten

  • Kreativräume für Workshops

  • Gute technische Ausstattung

  • Attraktive Aufenthaltsbereiche

  • Kostenfreie Getränke oder kleine Extras

Das Büro sollte als Arbeitsort einen echten Mehrwert gegenüber dem heimischen Schreibtisch bieten.

Führungskräfte als Vorbilder

Eine oft unterschätzte Rolle spielen Führungskräfte selbst. Wer von Mitarbeitenden Präsenz erwartet, sollte ebenfalls sichtbar vor Ort sein.

Beschäftigte nehmen sehr genau wahr, ob Führungskräfte:

  • regelmäßig im Büro anzutreffen sind,

  • ansprechbar sind,

  • den persönlichen Austausch suchen,

  • und die Vorteile der Zusammenarbeit aktiv vorleben.

Eine Führungskraft, die überwiegend remote arbeitet, wird es schwer haben, glaubwürdig für mehr Präsenz zu werben.

Weniger Homeoffice? Nur mit Fingerspitzengefühl

Die Reduzierung mobiler Arbeitstage kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa wenn:

  • die Zusammenarbeit nachweislich leidet,

  • neue Mitarbeitende schwer integriert werden,

  • Innovationsprozesse ins Stocken geraten,

  • oder Kundenanforderungen eine stärkere Präsenz verlangen.

Eine pauschale Kürzung der Homeoffice-Tage sollte jedoch das letzte Mittel sein. Unternehmen riskieren damit nicht nur Unzufriedenheit, sondern auch Nachteile im Wettbewerb um Fachkräfte. Gerade qualifizierte Beschäftigte betrachten flexible Arbeitsmodelle heute häufig als selbstverständlichen Bestandteil moderner Arbeitsbedingungen.

Das beste Büro ist das, in das Menschen gerne kommen

Die erfolgreichsten Unternehmen setzen nicht auf Zwang, sondern auf Attraktivität. Sie schaffen Anlässe für Begegnungen, fördern den persönlichen Austausch und sorgen dafür, dass Präsenztage einen erkennbaren Mehrwert bieten.

Wer Mitarbeitende überzeugen möchte, häufiger ins Büro zu kommen, sollte daher nicht zuerst die Anzahl der mobilen Arbeitstage reduzieren. Erfolgversprechender ist es, das Büro zu einem Ort zu machen, an dem Zusammenarbeit, Kultur und Gemeinschaft erlebbar werden. Dann entsteht Präsenz nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Überzeugung. «


Quelle: FJL mit Hilfe von Copilot (KI) am 4. November 2026

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