Veröffentlicht am: 13.05.2020 um 19:51 Uhr:

Wissen: Wo fährt man mit der Seilbahn zur Arbeit?

Gondeln gegen den Stau. Eine Stadt in Südamerika setzt auf neue Verkehrskonzepte...

» Staus, Stress, verstopfte Straßen? Das ist zum In-die-Luft-Gehen! In La Paz nimmt man das wörtlich: Täglich nutzen bis zu 300.000 Menschen in der bolivianischen Großstadt den "Teleférico", dass größte urbane Seilbahnnetz der Welt. 2014 begann alles mit der Línea Roja (Rote Linie), im März 2019 soll die zehnte folgen. Mit der Expresslinie Morada gelangen Fahrgäste binnen Minuten von einem Stadtzentrum ins andere, "von Herz zu Herz", wie der Slogan lautet. Auf Spanisch: "de corazón a corazón".

Die Kabinen mit Platz für jeweils zehn Personen schweben zwischen den zusammengewachsenen Schwesterstädten La Paz und El Alto hin und her. Über Straßenschluchten, Gärten, Fabrikdächer, Friedhöfe, moderne Wohnhäuser und Armenviertel hinweg. Das Netz misst mittlerweile gut 33 Kilometer. Der "Teleférico" soll keine Touristenattraktion sein, sondern ein ganz normales Verkehrsmittel wie bei uns etwa Bus oder U-Bahn. Wer die Gondeln auf dem Weg zur Arbeit nutzt, entschwebt einfach den nervigen Staus.

Sind Seilbahnen das Verkehrsmittel der Zukunft? Bislang befördern Gondeln bei uns hauptsächlich Wintersportler auf Berge und Besucher durch Freizeitparks oder Gartenausstellungen. Mehrere Städte prüfen allerdings, ob sich ein Seilbahnnetz realisieren ließe. Hersteller wittern das große Geschäft, etwa die österreichische Firma Doppelmayr-Garaventa, die auch den "Teleférico" in La Paz gebaut hat. 15.000 ihrer Anlagen stehen heute auf allen Kontinenten. «


Quelle: Kai Riedemann in der HÖRZU 10 vom 1.03.2019

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