Veröffentlicht am: 05.09.2026 um 08:20 Uhr:
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gamescom: „Kasbah“: Marokkanisches Studio verwandelt Kultur und Kalligrafie in ein Videospiel
» Köln/Rabat, 4. September 2026 – Während auf der Gamescom 2026 zahlreiche Actionspiele und Blockbuster um die Aufmerksamkeit der Besucher kämpften, setzte das marokkanische Studio Ribat Studios bewusst auf einen anderen Ansatz. Mit Kasbah präsentierte das Team im Rahmen des ersten offiziellen marokkanischen Gemeinschaftsstands ein atmosphärisches Erkundungsspiel, das Kultur, Geschichte und Sprache in den Mittelpunkt stellt.
Das Studio aus Rabat gehörte zu den elf Entwicklern, die Ende August den wachsenden marokkanischen Games-Sektor auf der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele repräsentierten. Dabei stach Kasbah insbesondere durch seine klare kreative Vision hervor: Statt Kämpfen, Questmarkierungen oder komplexen Inventarsystemen steht das Entdecken einer geheimnisvollen Welt im Vordergrund.
Die Idee hinter dem Spiel entstand aus einem eindrucksvollen Bild: einer verlassenen Kasbah tief in einer Wüstenschlucht, bedeckt mit Inschriften, die niemand mehr lesen kann. In Kasbah übernehmen die Spieler die Rolle eines Kalligrafen, der Schritt für Schritt lernt, diese Zeichen zu entschlüsseln und dadurch neue Bereiche der Spielwelt zu erschließen. Das Verständnis von Sprache wird damit selbst zur zentralen Spielmechanik.
Ribat Studios verfolgt dabei den Anspruch, marokkanische Kultur nicht lediglich als Hintergrundkulisse zu verwenden. Vielmehr bilden traditionelle Elemente des Landes die Grundlage des gesamten Spielerlebnisses. Historische Ksour und Kasbahs, ornamentale Schriftzeichen, religiöse Wegmarken an Wasserstellen sowie traditionelle Wasserschläuche, sogenannte Guerba, werden direkt in die Spielmechanik integriert und dienen als Orientierungspunkte, Rätsel oder Erzählinstrumente.
Mit diesem Ansatz richtet sich Kasbah an ein erwachsenes Publikum, das narrative und atmosphärische Spiele schätzt. Als Inspirationsquellen nennt das Studio Titel wie Firewatch, Outer Wilds oder Chants of Sennaar. Geplant ist eine rund sechs bis acht Stunden lange Spielerfahrung, die vor allem auf PC über Steam erscheinen soll. Einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es bislang nicht. Aktuell orientiert sich das Studio an einem Zeitfenster zwischen 2029 und 2030.
Gegründet wurde Ribat Studios im Februar 2026 in Rabat von Omar Souissi. Für den Entwickler ist die Gründung des Unternehmens das Ergebnis eines langen beruflichen Weges innerhalb der Branche. Nach seiner Ausbildung an einer Videospielschule arbeitete er als Lead-3D-Artist an mehreren Projekten auf Basis der Unreal Engine 5 und war maßgeblich daran beteiligt, die Ideen anderer Teams umzusetzen.
Der Wunsch nach einem eigenen Spiel entstand während der Arbeit an seinem letzten Projekt als Dienstleister. Dort erkannte Souissi, dass die gestalterischen Einflüsse, die seine Arbeiten prägten, nicht allgemein arabisch oder nahöstlich waren, sondern spezifisch marokkanisch. Diese Erkenntnis wurde zum Ausgangspunkt für Ribat Studios und die Entscheidung, ein Videospiel zu entwickeln, das seine kulturellen Wurzeln bewusst in den Mittelpunkt stellt.
Heute arbeitet Souissi mit einem internationalen Remote-Team aus sechs Fachkräften zusammen. Neben Spezialisten für Umgebungs- und Charakterdesign gehören unter anderem Experten für Narrative Design, Game Design und Produktionsmanagement zum Projekt. Zusätzlich befindet sich das Studio auf der Suche nach einem erfahrenen Unreal-Engine-5- und C++-Entwickler, um die technische Entwicklung weiter auszubauen.
Unterstützung erhielt Ribat Studios durch die Teilnahme am Video Game Incubator 2026, einem Förderprogramm für die marokkanische Games-Branche. Dort wurde das Team unter anderem bei Personalplanung, Organisationsentwicklung und Budgetmanagement begleitet. Ergänzende Produktionsanalysen halfen dabei, das ambitionierte Projekt auf eine professionelle Grundlage zu stellen.
Bereits auf der Morocco Gaming Expo 2026 konnte das Studio erste Einblicke in Kasbah präsentieren. Die Teilnahme an der Gamescom bot nun die Gelegenheit, internationale Medien, Publisher und Branchenvertreter auf das Projekt aufmerksam zu machen.
Mit Kasbah zeigt Ribat Studios eindrucksvoll, dass sich die neue Generation marokkanischer Entwickler nicht allein über technische Kompetenz definiert. Das Projekt steht für einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen kulturellen Identität und demonstriert, wie lokale Geschichte, Architektur und Sprache zu einzigartigen interaktiven Erlebnissen werden können. In einer Branche, die häufig von bekannten Mustern geprägt ist, setzt das Studio damit auf eine ebenso mutige wie unverwechselbare Vision. «
Quelle: Pressemitteilung von Havas Paris vom 20. August 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot