Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:28 Uhr:

ca. 4 Minute(n) Lesezeit

Bundesregierung: Schneider verteidigt Klimakurs: Umweltpolitik als Motor für Wachstum und Innovation

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat den Haushalt 2027 seines Ressorts als Investition in Klimaschutz, wirtschaftliche Modernisierung und technologische Innovation vorgestellt. In seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag warb er für eine Verbindung von Ökologie und Ökonomie und betonte die Bedeutung deutscher Umwelttechnologien für Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

» Bei der Vorstellung des Haushalts für das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat Carsten Schneider die wachsende Bedeutung von Klima- und Umweltpolitik für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hervorgehoben. Der Minister sieht insbesondere in innovativen Umwelttechnologien erhebliche Chancen für deutsche Unternehmen auf internationalen Märkten.

Moderne Technologien zur Wasseraufbereitung, Ressourcenschonung oder Emissionsminderung seien nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern eröffneten zugleich neue Exportmöglichkeiten und Wachstumsperspektiven. Umweltpolitik könne wirtschaftlichen Erfolg und ökologische Verantwortung miteinander verbinden.

Klimawandel als konkrete Realität

Einen Schwerpunkt seiner Rede legte Schneider auf die Folgen des Klimawandels. Der Sommer 2026 habe deutlich gezeigt, dass die Auswirkungen der Erderwärmung auch Deutschland unmittelbar beträfen. Er verwies auf die außergewöhnlichen Hitzewellen, niedrige Wasserstände in den Flüssen, Probleme für die Binnenschifffahrt, Waldbrände sowie erhebliche Belastungen für Landwirtschaft und Ökosysteme.

Nach Einschätzung des Ministers machen diese Entwicklungen deutlich, dass eine konsequente Klimapolitik notwendig bleibt. Ziel sei es, die internationale Erwärmung im Rahmen der Vorgaben des Pariser Klimaabkommens möglichst wirksam zu begrenzen und gleichzeitig lebenswerte Bedingungen für kommende Generationen zu sichern.

Erneuerbare Energien als Standortvorteil

Als Beispiel für erfolgreiche Transformationspolitik nannte Schneider den Ausbau der erneuerbaren Energien. Nach seinen Angaben stammen inzwischen rund 60 Prozent der deutschen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

Diese Entwicklung sei nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Regionen mit einem starken Ausbau von Windenergie und anderen erneuerbaren Energien profitierten von Investitionen, Unternehmensansiedlungen und zusätzlichen Steuereinnahmen. Gleichzeitig erhöhe heimisch erzeugte Energie die Versorgungssicherheit und verringere Abhängigkeiten von Energieimporten.

Kritik an Forderungen nach einer Rückkehr zur Kernenergie

Der Minister sprach sich zudem gegen eine Rückkehr zur Atomkraft aus. Neue Kernkraftwerke seien mit hohen Kosten und langen Bauzeiten verbunden. Darüber hinaus verwies er auf die weiterhin bestehenden finanziellen und technischen Herausforderungen bei der End- und Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle.

Die sichere Lagerung des Atommülls verursache auch künftig erhebliche Kosten und stelle angesichts neuer Sicherheitsrisiken zusätzliche Anforderungen an den Staat.

Umwelttechnologien als Exportchance

Neben der nationalen Klimapolitik hob Schneider die internationale Dimension hervor. Im Rahmen einer Reise nach Indien habe er sich gemeinsam mit Unternehmen aus dem Bereich der Umwelt- und Klimatechnologien über künftige Kooperationsmöglichkeiten ausgetauscht.

Deutschland verfüge in zahlreichen Bereichen der sogenannten Cleantech-Branche über international gefragtes Know-how. Technologien für Wasseraufbereitung, Energieeffizienz oder nachhaltige Produktion könnten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten und zugleich helfen, globale Umweltprobleme zu bewältigen.

Förderung von Innovation und Ressourcenschutz

Für die parlamentarischen Beratungen warb der Minister dafür, bestehende Programme weiterzuführen und nach Möglichkeit auszubauen. Dazu zählen unter anderem die Exportinitiative Umwelttechnologie, das Umweltinnovationsprogramm, Projekte zur Förderung der Elektromobilität sowie Initiativen zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Nach Ansicht Schneiders bieten gerade diese Programme die Möglichkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, technologische Innovation und nachhaltiges Handeln miteinander zu verbinden. Der Haushalt 2027 solle deshalb nicht nur Umwelt- und Klimaschutzziele unterstützen, sondern zugleich neue Impulse für Beschäftigung und Wachstum setzen. «


Quelle: Rede von Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag am 8. September 2026, Bulletin 81-3 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

Weitere Artikel zum Thema Bundesregierung, die Sie auch interessieren könnten...

Bilger kündigt Rekordinvestitionen in Verkehrsinfrastruktur an

Klingbeil verteidigt Haushalt 2027: Investitionen, Sicherheit und sozialer Zusammenhalt im Fokus

Neuer Österreichisch-Deutscher Lyrikpreis würdigt zeitgenössische Poesie

Bund stellt 2,3 Millionen Euro für Beethoven-Jubiläum 2027 bereit

IFA 2026: Wildberger fordert mehr Tempo für Innovation, KI und digitale Souveränität