Veröffentlicht am: 14.09.2022 um 17:49 Uhr:

Wissen: Warum ist die Nordsee so gefürchtet?

Die raue See zwischen Großbritannien und Europa ist der Schrecken von Seefahrern und Küstenbewohnern...

» See gibt, See nimmt, sagen Seeleute respektvoll über die Nordsee. Sie ist furchteinflößend, obwohl sie im Vergleich zu den großen Weltmeeren winzig ist. Zwischen Großbritannien und dem nord- und mitteleuropäischen Festland ist sie mit einer Flache von 575.000 Quadratkilometern nur wenig größer als Frankreich und macht bloß 0,2 Prozent der gesamten Weltmeerfläche aus.

Aber die raue Nordsee ist von jeher bei Seefahrern gefürchtet, weil sie unberechenbar ist. Man schätzt, dass am Meeresboden viele Zehntausende Schiffswracks liegen. Das Wetter schwenkt oft und schnell um. Auch Ebbe und Flut waren den Menschen früher unheimlich. Die düstere Urgewalt regte die Fantasie der Menschen seit Jahrtausenden an. Das erklärt die vielen mittelalterlichen Mythen wie die nordischen Sagen um Asgard als Wohnort der Götter, die Artussage der Briten und die Schreckensgeschichten um die Wikinger.

Doch das sind Fantasien. Die Nordsee steht auch für den realen Kampf zwischen Mensch und Meer. Auf den Halligen trotzen die Friesen seit jeher stürmischen Wellen und gefürchtetem Hochwasser mit künstlich aufgeschütteten Warften und Deichen. "Gott schuf das Meer, die Friesen die Küste", heißt ein Sprichwort. Aber das Meer raubt Land, indem es Sand wegspült. Die Insel Sylt verliert jedes Jahr eine Million Kubikmeter. Immer in Bewegung, ist die Nordsee mit ihren unsichtbaren Sandbänken noch heute gefährlicher für Seeleute als die großen Meere. «


Quelle: Thomas Kunze in der HÖRZU vom 16. Oktober 2020

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