Veröffentlicht am: 10.04.2026 um 10:45 Uhr:

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Wissen: Wo fischt man Krabben vom Pferd aus?

Um eine uralte Tradition an der Nordseeküste lebendig zu halten, sind harte Arbeit und viel Idealismus erforderlich

» Es ist ein ungewöhnlicher Anblick: In leuchtend gelber Arbeitskleidung sitzen Frauen und Männer hoch zu Ross und ziehen Schleppnetze hinter sich durchs Watt. Reitende Krabbenfischer! In Oostduinkerke, einem Örtchen an der belgischen Nordseeküste, wird diese ungewöhnliche Art des Krabbenfangs schon seit 500 Jahren praktiziert - und heute noch aufopferungsvoll gepflegt. Ganz traditionell ist auch die Arbeitskleidung der Fischer: gelbe Öljacken, hohe Gummistiefel an den Füßen, auf dem Kopf meist ein Südwester. Der wasserdichte Hut ist wichtig, denn es herrscht hier oft eisiger Wind. Auch die stürmische See ist für alle eine Herausforderung - für Menschen ebenso wie für Tiere. Entsprechend robust müssen die eingesetzten Pferde sein.

Die 15 aktiven Pferdefischer der Region arbeiten mit Brabantern. Diese belgischen Kaltblüter sind kräftige Tiere und kommen mit der eiskalten Nordsee gut zurecht. Die gutmütigen Pferde wurden früher vorwiegend als Zugpferde in der Landwirtschaft eingesetzt. Inzwischen werden Brabanter extra für den Krabbenfang gezüchtet.

Der Ertrag ist überschaubar: Existieren kann keiner der Fischer von dieser Arbeit, die von ihnen harten körperlichen Einsatz bei Wind und Wetter fordert. Doch sie alle wollen die Tradition weiter lebendig halten. Aus gutem Grund: Ihr altes Handwerk wurde im Jahr 2013 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. «


Quelle: Thomas Kunze in der HÖRZU vom 27. September 2024

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